Im letzten Jahr verzeichnete die Kantonspolizei Aargau weniger Verkehrstote, aber mehr Vermögensdelikte und einen leichten Anstieg der Gewaltdelikte.
Unfallrisiko Motorrad-Neulenker
Mit 2’615 registrierten Verkehrsunfällen bewegt sich diese Gesamtzahl im Bereich der Vorjahre. Elf Menschen verloren auf Aargauer Strassen ihr Leben. Abermals gesunken ist die Zahl der Schwerverletzten, wobei ein Grossteil der Betroffenen als Motorradfahrer beteiligt war. Ins Auge sticht, dass es sich bei einem Drittel von ihnen um Jugendliche handelte, die als Neulenker der Kategorie A1 verunfallten. Zunehmend eine Rolle spielen bei den Schwerverletzten auch E-Trottinetts, E-Scooter und andere sogenannte Trendfahrzeuge. Deutlich abgenommen hat hingegen die Zahl der Schwerverletzten auf E-Bikes oder Fahrrädern.
Sichere Strassen zu gewährleisten, bleibt ein operatives Ziel der Kantonspolizei Aargau. Dieses will sie weiterhin erreichen, indem sie ihren Fokus bei verkehrspolizeilichen Kontrollen und Aktionen auf Lenker richtet, deren Fahrfähigkeit eingeschränkt ist oder bei denen Hinweise auf charakterliche Defizite bestehen.
Vermögenskriminalität auf sehr hohem Niveau
Seit einem Tiefpunkt im Jahr 2020 wächst die Zahl der Wohnungseinbrüche stetig und hat sich inzwischen mehr als verdoppelt. Mit über 1’200 Delikten stieg deren Zahl allein im vergangenen Jahr gegenüber jener von 2024 um fast 20 Prozent an. Hingegen stabilisierten sich die Einbruchszahlen im gewerblichen Bereich, und bei sonstigen Tatobjekten wie etwa Clublokalen oder Gartenhäuschen verzeichnete die Kantonspolizei sogar einen Rückgang um fast 30 Prozent.
Nach Jahren des Anstiegs zeigte die Kurve auch bei den Diebstählen aus parkierten Autos eine Abwärtsentwicklung, blieb jedoch über dem langjährigen Durchschnitt. Die Summe dieser Fahrzeugdelikte sowie aller Einbruchsformen entspricht trotz unerfreulicher Trends einem leichten Rückgang. Gleichzeitig lag die Aufklärungsquote 2025 markant höher als in den Vorjahren. Einen Höchststand verzeichnete die Kantonspolizei indes bei den angezeigten Ladendiebstählen. Vor diesem Hintergrund bildet die Bekämpfung der Vermögenskriminalität und namentlich der Einbrüche ein erklärtes Hauptziel der Kantonspolizei Aargau.
Anstieg bei der Cyberkriminalität abgeflacht
Obwohl sich die Zahl der digitalen Straftaten weiterhin auf hohem Niveau bewegte, flachte der stetige Anstieg der letzten Jahre erstmals ab. Die grosse Mehrheit der registrierten Delikte entfällt auf die Cyber-Wirtschaftskriminalität und namentlich auf den Online-Anlagebetrug sowie das sogenannte Phishing – also den Versuch, mit gefälschten E-Mails, Webseiten oder Kurznachrichten an sensible Daten von Personen zu gelangen. Allein im Aargau richteten diese Deliktsformen einen Schaden von über 31 Millionen Franken an.
Durch die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft haben sich diese Delikte seit 2020 mehr als verdoppelt. Nicht von ungefähr misst die Kantonspolizei der Bekämpfung dieser digitalen Kriminalitätsformen strategische Bedeutung zu. Vor dem Hintergrund einer unter der Oberfläche wuchernden Strukturkriminalität – etwa durch Drogenhandel oder Geldwäscherei – bildet auch die Zerschlagung krimineller Strukturen einen weiteren Schwerpunkt der Kantonspolizei Aargau.
Zahl der Gewaltdelikte leicht angestiegen
Gewalt zu stoppen und die Aggressoren zur Rechenschaft zu ziehen, gehört aus gutem Grund zu den zentralen operativen Zielen, welche die Kantonspolizei bei ihrer täglichen Arbeit verfolgt. So verzeichnete sie im Jahr 2025 2’839 Gewaltdelikte, was einem leichten Anstieg gegenüber den Vorjahren entspricht. Besonders die Gewalt an sogenannten Hotspots wie Bahnhöfen bleibt ein Dauerbrenner.
Mit 46 Delikten lag die Zahl der Raubüberfälle unter den Zahlen der letzten Jahre, wobei mehr als die Hälfte auf den sogenannten Strassenraub entfiel, also der Beraubung von Personen auf offener Strasse. Auffallend ist, dass 23 Prozent der ermittelten Täter noch nicht 18 Jahre alt waren. Zudem klärte die Kantonspolizei alle fünf vollendeten und 14 versuchten Tötungsdelikte des letzten Jahres auf.
Quelle der Meldung: KAPO AG
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