Appenzell AI: Gewaltdelikte +58 %, Cybercrime bei 137 Fällen

AI Einbruch 23.03.2026 · 08:57

Im Jahr 2025 stiegen die Straftaten in Appenzell Innerrhoden um 16 %. Gewaltstraftaten nahmen um 58 % zu, während häusliche Gewalt um 56 % abnahm.

Trotz mehrerer Kontrollen auf Baustellen, im Gastgewerbe, im Dienstleistungssektor, aber auch bei Fahrzeug- oder Personenkontrollen konnten erfreulicherweise keine Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) festgestellt werden.

Die Straftaten im Betäubungsmittelbereich (BetmG) stiegen auf 6 Delikte an (+500 %), was aufgrund der geringen Fallzahlen jedoch statistisch wenig aussagekräftig ist. Die Verstösse gegen die übrigen Bundesgesetze beliefen sich auf 46 Fälle (+21 %). Erneut hatte sich die Kantonspolizei mit mehreren Staatsverweigerern zu befassen, was statistisch nicht erfasst wird, aber einen hohen Aufwand verursachte. Allgemein sind in den Bereichen des BetmG, des AIG sowie der übrigen Bundesnebengesetze keine Auffälligkeiten festzustellen.

1.2 Betrachtungen von ausgewählten Deliktsbereichen des StGB

Gewaltstraftaten

In der Kategorie Gewaltstraftaten wurden im Jahr 2025 gesamthaft 52 Fälle registriert, was einer Zunahme von 58 % entspricht. Bei den schweren Gewaltdelikten – zu denen Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen, Vergewaltigungen und qualifizierte Raubdelikte gehören – wurde lediglich ein einzelner Fall registriert.

Die minderschwere Gewalt, zu der einfache Körperverletzungen, Tätlichkeiten, Raufhandel, Angriff, Raub, Nötigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte zählen, nahm im Jahr 2025 um 41 % auf insgesamt 40 Straftaten zu. Besonders auffällig war der Trend bei Delikten von Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, die von 2 Fällen im Jahr 2024 auf 16 Fälle im Jahr 2025 anstiegen. Auch die angedrohte minderschwere Gewalt (Drohungen und Erpressungen) verzeichnete eine Zunahme um 10 % auf insgesamt 11 Delikte.

Häusliche Gewalt

Im Bereich der häuslichen Gewalt entspannte sich die Situation im Jahr 2025 deutlich. Die registrierten Straftatbestände gingen um 56 % auf 7 Fälle zurück, wobei davon 5 Fälle polizeiliche Interventionen darstellten. In 3 weiteren Einsätzen im häuslichen Umfeld musste die Polizei ausrücken, jedoch wurden dabei keine strafbaren Handlungen festgestellt.

Straftaten gegen die Sexuelle Integrität

Die Straftaten gegen die sexuelle Integrität nahmen um 125 % auf insgesamt 9 Fälle zu. Mehr als die Hälfte davon (5 Delikte) entfielen auf den Straftatbestand der Pornografie nach Art. 197 StGB.

Vermögensdelikte

Die Gesamtzahl der Vermögensdelikte sank im Jahr 2025 leicht von 302 auf 284 Fälle (-6 %). Besonders erfreulich ist die Abnahme der Einbruchdiebstähle, die von 32 auf 16 Fälle (-50 %) zurückgingen, sowie der deutliche Rückgang der Fahrzeugdiebstähle von 74 auf 27 Fälle (-64 %).

Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Konkurs- und Betreibungsdelikte (Art. 163–171 StGB) deutlich an. Aufgrund einer am 1. Januar 2025 in Kraft getretenen Gesetzesänderung erhöhte sich diese Zahl von 3 im Jahr 2024 auf 30 im Jahr 2025 – ein Zuwachs von 900 %, der zu einem erheblichen Mehraufwand für die Kantonspolizei führte.

Cybercrime

Die Cybercrime-Delikte nahmen im Jahr 2025 weiter zu und erreichten 137 Fälle, was einer Zunahme von 20 % gegenüber den 114 Fällen im Jahr 2024 entspricht. Cybercrime umfasst Straftaten, die im digitalen Raum begangen werden und sich durch die Kombination von Straftat und Tatvorgehen auszeichnen.

Aktuell werden 40 verschiedene Tatvorgehen unterschieden, eingeteilt in die Bereiche Cyber-Wirtschaftskriminalität, Cyber-Sexualdelikte, Cyber-Rufschädigung und unlauteres Verhalten, Darknet sowie andere Tatvorgehen. Der Anteil der Cyberdelikte an allen Straftaten nach StGB liegt im Jahr 2025 bei rund 22 %, womit jedes fünfte Delikt ein Cyberdelikt darstellt. Besonders häufig traten Straftaten im Bereich Betrug (61 Fälle) sowie Geldwäscherei (44 Fälle) auf. Trotz zahlreicher Präventionskampagnen hält der seit Jahren steigende Trend weiterhin an.

Quelle der Meldung: KAPO AI

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  Redaktion Unfallmeldungen       23 März, 2026 08:57