Hinweis: Keine offizielle Polizeiseite – wir berichten über geprüfte Meldungen von Polizei und Rettungsdiensten
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Hinweis: Keine offizielle Polizeiseite – wir berichten über geprüfte Meldungen von Polizei und Rettungsdiensten

Frauenfeld TG: Kriminalität +11 % – mehr Diebstähle und Brandstiftung

Im letzten Jahr stieg die Kriminalität im Thurgau um 11%. Niederschwellige Vermögensdelikte und digitale Kriminalität nahmen stark zu.

2025 stieg die Zahl der Straftaten im Kanton Thurgau um 11 Prozent. Dabei handelt es sich zu einem grossen Teil um niederschwellige Vermögensdelikte. Insbesondere die Diebstähle nahmen stark zu, während auch die digitale Kriminalität weiter anstieg. Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Thurgau 11 Prozent mehr Straftaten gemäss Strafgesetzbuch verübt als 2024. Dieser Anstieg, von 14’010 auf 15’583 Delikte, steht im Kontrast zum nationalen Rückgang an Straftaten um 1.5 Prozent.

Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl Straftaten je 1’000 Einwohner, wuchs im Thurgau von 47.5 auf 52 im Jahr 2025. Im Vergleich dazu liegt die Häufigkeitszahl für die gesamte Schweiz bei 61.3 (2024: 62.9), womit der Thurgau nach wie vor deutlich unter dem nationalen Durchschnitt verbleibt.

Trotz der gestiegenen Anzahl an Straftaten konnte im Thurgau die Aufklärungsrate über alle Delikte von 39.2 auf 40.1 Prozent verbessert werden, während diese national bei 38.7 Prozent liegt.

Höhere Aufklärungsrate bei schweren Gewaltdelikten

Im vergangenen Jahr wurden 1’262 Gewaltstraftaten registriert – ein Anstieg von 3 Prozent gegenüber 2024. Die Zahl der schweren Gewaltdelikte erhöhte sich um 6 Prozent, von 51 auf 54, was in den nationalen Anstieg schwerer Gewalt um 8 Prozent eingebettet ist. Im Jahr 2025 ereigneten sich, wie im Vorjahr, ein vollendetes und drei versuchte Tötungsdelikte. Die Aufklärungsquote über alle Gewaltdelikte blieb mit 89.5 Prozent konstant hoch, während bei schweren Gewaltdelikten die Quote nochmals um 10 Prozent auf 98.1 Prozent gesteigert werden konnte – nur eines von 54 Delikten blieb bislang ungelöst. Das vollendete sowie die versuchten Tötungsdelikte und 25 der 26 Fälle schwerer Körperverletzung konnten aufgeklärt werden.

Bei der minderschweren Gewalt verzeichnete man einen Anstieg um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die registrierten einfachen Körperverletzungen nahmen um 21 Prozent zu, von 145 auf 176 Delikte, während Tätlichkeiten nahezu gleich blieben (428 in 2024 gegenüber 434). Gleichzeitig sank die Zahl der Fälle von Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte um mehr als ein Drittel, von 75 auf 46. In fast der Hälfte dieser Fälle (22) waren Polizistinnen und Polizisten betroffen (2024: 20).

Die Straftaten gegen die sexuelle Integrität stiegen um 21 Prozent auf 232 (2024: 191). Auch hier konnte die Aufklärungsrate von 84.3 Prozent auf 87.5 Prozent verbessert werden. Die Zahl der Vergewaltigungen erhöhte sich von 17 auf 23 Delikte, wobei 18 Delikte im Privatbereich und 5 im öffentlichen Raum stattfanden.

Die Fälle häuslicher Gewalt nahmen um 7 Prozent zu, ungeachtet der intensiven Präventionsarbeit, die sowohl auf nationaler als auch auf kantonaler Ebene im Jahr 2025 geleistet wurde. Es ist denkbar, dass die verstärkte Sensibilisierung die Hemmschwelle für Betroffene senkte, häusliche Gewalt zur Anzeige zu bringen.

Niederschwellige Kriminalität steigt weiter an

Mit 10’336 Delikten lag die Zahl der Vermögensdelikte im Vergleich zum Vorjahr 1’049 Delikte höher, womit erstmals seit 2010 die Marke von 10’000 überschritten wurde. Der Anstieg betrug 11 Prozent. Eine starke Zunahme zeigte sich bei den verschiedenen Formen des Diebstahls, die gesamthaft um 14 Prozent zunahm. So stieg die Zahl der Einbruchdiebstähle um 36 Prozent auf 961 Fälle, während bei den Einschleichdiebstählen die Deliktzahl mit 682 Delikten um 6 Prozent zulegte.

Der grösste Anstieg wurde bei den Fahrzeugeinbruchdiebstählen verzeichnet, die um 242 Prozent zunahmen und von 74 auf 253 Fälle kletterten. Etwa ein Drittel dieser Delikte konnte aufgeklärt werden. Knapp die Hälfte der aufgeklärten Fälle wurde von Personen aus dem Asylbereich Nordafrikas verübt, während die andere Hälfte zwei Personen aus dem deutschsprachigen Raum zugeordnet werden konnte. Zudem nahmen Diebstähle ab oder aus Fahrzeugen um 16 Prozent zu, von 570 auf 659 Delikte. Während in den vergangenen Jahren vor allem unverschlossene Fahrzeuge durchsucht wurden, wurde 2025 deutlich öfter in verschlossene Fahrzeuge eingebrochen. Die Zahl der Raubdelikte sank leicht von 36 auf 35 Fälle, wobei fast zwei Drittel dieser Delikte aufgeklärt werden konnten.

Aufwärtstendenz bei der digitalen Kriminalität setzt sich fort

Die Zahl der Straftaten, die einen Modus Operandi der digitalen Kriminalität aufweisen, stieg 2025 um 13 Prozent auf 1’869 Fälle. Dabei sind 95.3 Prozent dieser Delikte dem Bereich der Cyber-Wirtschaftskriminalität zuzuordnen. Der stärkste Anstieg zeigte sich bei der unbefugten Datenbeschaffung, die um 287 Prozent zunahm – bei der überwiegenden Mehrheit der Fälle handelte es sich um klassisches Phishing. Im Gegensatz dazu ging die Zahl der Betrugsdelikte im digitalen Raum um 12 Prozent zurück. Schweizweit verzeichnete man im digitalen Bereich 2 Prozent weniger Straftaten, sodass der Trend im Thurgau entgegen der nationalen Entwicklung verlief.

Die fortschreitende Digitalisierung verändert auch die Kriminalität. Straftäter nutzen neue technische Möglichkeiten und entwickeln ihre Betrugsmaschen laufend weiter. Dabei kommt vermehrt künstliche Intelligenz zum Einsatz, um täuschend echte Nachrichten, Videos oder Internetseiten zu erzeugen und so das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Dies macht es immer schwieriger, Betrugsversuche auf den ersten Blick zu erkennen. Umso wichtiger sind einfache Schutzmassnahmen wie die Verwendung sicherer Passwörter, ein kritischer Umgang mit unerwarteten Nachrichten und der sorgfältige Schutz persönlicher Daten. Ebenso entscheidend ist, sich niemals unter (zeitlichen) Druck setzen zu lassen.

Erneut mehr ausländische Beschuldigte

Bei der Staatszugehörigkeit der Beschuldigten setzte sich 2025 die Tendenz der Vorjahre fort. Der Anteil der beschuldigten Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg um 1 Prozent auf 59 Prozent, während 41 Prozent der Beschuldigten Schweizerinnen und Schweizer waren. Von den ausländischen Beschuldigten hatten 33 Prozent (2024: 32 Prozent) ihren Wohnsitz in der Schweiz, 7 Prozent (2024: 8 Prozent) gehörten der sogenannten Asylbevölkerung an (dazu zählten vorläufig Aufgenommene, Asylsuchende sowie Schutzbedürftige mit Ausweis S) und 19 Prozent (2024: 18 Prozent) waren ohne Schweizer Wohnsitz – darunter Personen mit Kurzaufenthaltsbewilligung, Grenzgänger, Touristinnen und Touristen sowie illegal anwesende, abgewiesene und ausreisepflichtige Asylsuchende. Im Jahr 2015 hatte noch ein Anteil von 9 Prozent der Beschuldigten zu dieser Gruppe gehört.

Weniger Brände, mehr Brandstiftung

2025 waren Polizistinnen und Polizisten der Kantonspolizei Thurgau bei 69 Brandfällen im Einsatz, verglichen mit 77 Fällen im Jahr 2024. In 24 Fällen wurde Brandstiftung als Brandursache registriert (2024: 17 Fälle), wovon zwei Delikte bislang aufgeklärt werden konnten.

Quelle der Meldung: KAPO TG

  Redaktion Polizei-Schweiz       23 März, 2026 09:43