Sarnen OW: Straftaten +6% – Cybercrime explodiert um 39%
Im letzten Jahr stiegen die Straftaten in Obwalden um 6% auf 1778. Digitale Kriminalität nahm um 39% zu, Gewaltstraftaten um 4%. Die Aufklärungsquote sank auf 44.2%. Deutlich angestiegen ist erneut der Bereich der digitalen Kriminalität. Hier wurden 2025 39 Prozent mehr, respektive insgesamt 410 Straftaten bearbeitet. Mit neu 44.8 Straftaten auf 1000 Einwohner liegt Obwalden immer noch unter der nationalen Quote (61.3), aber über derjenigen der gesamten Zentralschweiz (42.8).
Die Aufklärungsquote ist auf der anderen Seite auf 44.2 Prozent gesunken. Dies liegt jedoch unter anderem in einer Korrektur in der Erfassung der digitalen Kriminalität begründet, welche das Bild im letzten Jahr verfälscht hatte. National liegt sie für das vergangene Jahr bei 38.7 Prozent.
Entgegen dem nationalen Trend (-2%) haben die Delikte gegen das StGB im vergangenen Jahr in Obwalden erneut um sechs Prozent zugenommen. Die Anzahl Straftaten lag Ende Jahr bei 1778 Tatbeständen, was 94 Straftaten mehr sind als im Jahr davor. Gestiegen ist die Anzahl der Delikte unter fast sämtlichen Titeln des Strafgesetzbuches. Einzig im Bereich der Straftaten gegen die Rechtspflege war ein Rückgang zu verzeichnen.
Aufgrund der höheren Deliktszahlen ist auch die Häufigkeitsziffer, die Anzahl der Straftaten auf 1000 Einwohner, gestiegen und beträgt neu 44.8. Dies ist die zweithöchste Quote der Zentralschweiz. Gesunken ist hingegen die Aufklärungsquote, welche noch bei 44.2 Prozent liegt. Im Vorjahr wurde noch eine Quote von 54 Prozent ausgewiesen, wobei hier auch eine Korrektur in der Erfassung der digitalen Kriminalität eine Rolle gespielt hat. Nach wie vor liegt die Aufklärungsquote jedoch über derjenigen der gesamten Schweiz von 38.7 Prozent.
Gewaltstraftaten
Erneut leicht angestiegen sind im Kanton Obwalden auch die Gewaltstraftaten (+4%, 139 Straftaten). Dies entspricht dem nationalen Trend, welcher für dieses Deliktsfeld ebenfalls eine Steigerung um zwei Prozent ausweist.
Im Kontext der Gewaltdelikte sind auch die Delikte der «häuslichen Gewalt» wieder angestiegen. Es wurden im vergangenen Jahr 59 Straftaten in entsprechenden Beziehungskonstellationen bearbeitet, was einer Zunahme von 34 Prozent oder 15 Delikten entspricht.
Delikte gegen die sexuelle Integrität
Auch im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Integrität war im vergangenen Jahr ein Anstieg um 37 Prozent auf 41 Straftatbestände (Vorjahr 30) zu verzeichnen. Dabei sind die sexuellen Handlungen mit Kindern wieder zurückgegangen und liegen bei fünf Delikten (Vorjahr 10).
Es mussten zudem drei Anzeigen wegen «Vergewaltigung», eine wegen «sexueller Nötigung» und eine wegen des «Missbrauchs einer urteilsunfähigen oder zum Widerstand unfähigen Person» behandelt werden.
Angestiegen ist insbesondere der Tatbestand der Pornografie. Während hier im Vorjahr zwölf Tatbestände zu bearbeiten waren, waren es 2025 deren 25, was einer Steigerung um 108 Prozent entspricht.
Vermögensdelikte
Im Bereich der Vermögensdelikte sind die Straftaten um drei Prozent auf 1079 Fälle gestiegen. Dabei sind insbesondere die Diebstahlsdelikte deutlich zurückgegangen.
Deutlich zugenommen haben innerhalb dieser Kategorie die Einbruchdiebstähle, die sich um 106 Prozent mehr als verdoppelt haben und nun bei 70 Fällen liegen. Ebenfalls fast verdoppelt haben sich die Ladendiebstähle von 47 Delikten im Jahr 2024 auf 82 im Jahr 2025. Dafür hatte die Polizei deutlich weniger Diebstähle aus Fahrzeugen zu bearbeiten, welche von 98 auf 31 Straftaten zurückgegangen sind.
Digitale Kriminalität
Innerhalb der Vermögensdelikte haben sich insbesondere diejenigen Tatbestände erhöht, die häufig im Zusammenhang mit digitaler Kriminalität stehen. Über alle digital begangenen Straftaten hinweg bearbeitete die Kantonspolizei Obwalden 410 Delikte, was einer Steigerung von 39 Prozent zum Vorjahr (294 Straftaten) entspricht.
2024 wurde bei der Erfassung der Cyber-Betrugsdelikte nur noch ein Rapport erstellt, wodurch häufig der Betrug mit der Geldwäscherei verbunden wurde. Dies führte zu einer vergleichsweise hohen Aufklärungsquote, da auch der Betrug im System als geklärtes Delikt gezählt wurde. Nach entsprechender Korrektur in der Erfassung beträgt die Aufklärungsquote in diesem Bereich noch 17.3 Prozent (Vorjahr 36.1%).
Im Bereich der Cyber-Delikte ist beim Phishing ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen. Hier wurden im letzten Jahr 125 Fälle registriert, was einer Steigerung um 166 Prozent zum Vorjahr entspricht.
Die Kantonspolizei Obwalden empfiehlt daher, Websites von Banken, der Post und anderen Online-Dienstleistern stets direkt aufzurufen, die Adresszeile des Browsers zu überprüfen und bei E-Mails oder Nachrichten, die persönliche Daten anfordern, misstrauisch zu sein und enthaltene Links nicht anzuklicken. Ebenso sollten am Telefon keine vertraulichen Daten preisgegeben werden. Weitere Tipps finden sich auf der Website der schweizerischen Kriminalprävention oder auf cybercrimepolice.ch.
Ebenfalls gestiegen sind die Cyberbetrugs-Delikte, bei denen 218 Straftaten zu bearbeiten waren – ein Anstieg um 24 Prozent. Zudem nahmen die Cyber-Sexualdelikte zu, wobei insbesondere verbotene Pornografie von vier auf 16 Fälle stieg.
Es ist weiterhin davon auszugehen, dass im Bereich der digitalen Kriminalität ein erhebliches Dunkelfeld besteht, da viele Delikte nicht gemeldet werden.
Betäubungsmittelkriminalität / Ausländer- und Integrationsgesetz
Im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität hat die Kantonspolizei Obwalden im vergangenen Jahr deutlich weniger Straftaten, nämlich 42, rapportiert – ein Rückgang um 50 Prozent. Nach Beobachtungen der Polizei spiegeln diese Zahlen jedoch nicht die tatsächliche Lage im Kanton wider, sondern vielmehr die verfügbaren Kapazitäten zur Verfolgung solcher Delikte.
Die Verstösse gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz blieben auf dem Niveau des Vorjahres. Erneut wurden 62 Straftaten in diesem Bereich bearbeitet. Während die Fälle des «rechtswidrigen Aufenthalts» (von sieben auf elf Tatbestände), der «Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung» (von sechs auf zwölf Delikte) sowie der «Verletzung der An- und Abmeldepflichten» (von 18 auf 21 Fälle) anstiegen, gingen die Delikte der «Täuschung der Behörden» (von drei auf einen Tatbestand) und der «Missachtung der Ein-/Ausgrenzung» (von 14 auf vier Tatbestände) zurück.
Quelle der Meldung: KAPO OW