Sarnen OW: 201 Unfälle, 0 Tote – Polizei warnt vor Leichtsinn
Im Jahr 2025 wurden im Kanton Obwalden 201 Verkehrsunfälle registriert. Keine Verkehrstoten, aber 97 Personen verletzt. Hauptursachen: Fahrfehler und Ablenkung.
1. Erläuterungen zur Verkehrsunfallstatistik 2025
Das Unfallgeschehen auf dem Strassennetz des Kantons Obwalden zeigt im Vergleich mit den letzten zehn Jahren wenig Auffälligkeiten. Die Strassen im Kanton Obwalden sind nach wie vor sehr sicher. Bei relativ tiefen Unfallzahlen sind Schwankungen möglich.
In der Unfallstatistik nicht erfasst sind Ereignisse, welche über das europäische Unfallprotokoll erfasst wurden oder bei denen die Schadenverursacher bei Parkschäden nicht ermittelt werden konnten. Ebenfalls nicht erfasst sind Tierunfälle mit angefahrenen Wild-, Nutz- und Heimtieren.
1.1 Unfallfolgen
1.1.1 Verkehrsopfer
Bei 78 Verkehrsunfällen im Jahr 2025 kamen 97 (Vorjahr 82) Personen zu Schaden. Dies entspricht dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.
Die Folgen von Verkehrsunfällen sind abhängig vom Stand der Entwicklung der beteiligten Fahrzeuge, dem Unfallort, der Witterung und oft auch einem Quäntchen Glück. Ob jemand leicht, schwer oder tödlich verletzt wird, ist oft ein schmaler Grat. Im letzten Jahr wurde keine Person tödlich verletzt. 14 Personen verletzten sich jedoch schwer und 83 Personen insgesamt leicht.
1.1.2 Sachschaden
Bei 123 Verkehrsunfällen entstand Sachschaden. Die Schadenhöhe wurde nicht ermittelt.
1.1.3 Unfallursachen
Die Hauptursachen sind Fahrfehler wie zu nahes Aufschliessen (51), das Nichtanpassen der Geschwindigkeiten (26), der Zustand des Fahrzeuglenkers oder der Fahrzeuglenkerin (28), Unaufmerksamkeit und Ablenkung (26) sowie Vortrittsmissachtungen (26). Grundsätzlich handelt es sich um Unfallursachen, die vermieden werden könnten.
Das Verursachen eines Unfalls unter Einfluss von Alkohol hat sich gegenüber dem Vorjahr (23) auf 13 stark reduziert. Ebenfalls sanken die Unfälle mit Personenschaden in diesem Zusammenhang von sechs auf drei.
1.1.4 Fussgänger / Fussgängerstreifen
Bei sieben Verkehrsunfällen waren insgesamt Fussgänger beteiligt. Dabei wurden sechs Personen verletzt, von denen eine schwer verletzt wurde. Bei zwei Unfällen auf Fussgängerstreifen wurden zwei Personen verletzt.
Die Polizei stellt zunehmend fest, dass nicht nur der Fahrverkehr von Ablenkung und Unaufmerksamkeit betroffen ist, sondern auch Fussgänger. Der Blick auf das Mobiltelefon sowie Ablenkungen durch Gespräche oder Musik führen häufig zu gefährlichen Situationen, insbesondere bei Strassenquerungen oder Begegnungen mit anderen Verkehrsteilnehmenden.
1.1.5 Fahrzeugbeteiligung mit Personenschaden
Bei Unfällen mit Personenschaden waren in 44 Fällen Personenwagen involviert, in 21 Fällen Motorräder. Zudem ist eine leichte Zunahme von Unfällen mit Fahrrädern zu verzeichnen.
2. Prävention im Sinne der Verkehrssicherheit und polizeiliche Tätigkeiten
Viele Faktoren beeinflussen die Verkehrssicherheit, darunter die Verlangsamung aufgrund der stetigen Verkehrszunahme, punktuelle bauliche Anpassungen am Strassenkörper, Geschwindigkeitsbeschränkungen und -kontrollen, verbesserte Fahrzeugtechnik sowie die Ausbildung der Verkehrsteilnehmenden. Ergänzt wird dies durch gezielte polizeiliche Kontrollen.
In den meisten Fällen steht jedoch das Verhalten des Menschen im Vordergrund. Das Einhalten der Verkehrsregeln aller Beteiligten bildet die Grundlage für hohe Verkehrssicherheit. Hierzu tragen koordinierte und teils wiederkehrende Präventionskampagnen bei, die sowohl regional als auch schweizweit von den Polizeikorps und ihren Partnern lanciert werden.
Mit regelmässigen und gezielten Kontrollen im Bereich der Geschwindigkeit, der Fahrfähigkeit, der Ablenkung und dem übrigen Verhalten im Strassenverkehr möchte die Polizei dem Unfallgeschehen weiter entgegenwirken. Gleichzeitig werden Präventionskampagnen veröffentlicht, die die Gefahren im Strassenverkehr verdeutlichen.
Im Jahr 2026 wird der Schwerpunkt erneut auf die Thematik «Geschwindigkeit», «Ablenkung im Strassenverkehr» und «Fahrfähigkeit» gelegt.
Selbst kleinste Unaufmerksamkeiten können darüber entscheiden, ob ein Verkehrsunfall passiert oder nicht. Jeder Unfall ist einer zu viel. Daher sehen wir es als unsere ständige Aufgabe an, Unfallursachen zu analysieren und mit verschiedenen Massnahmen zur Sicherheit der Bevölkerung beizutragen.
So wird auch weiterhin, wo immer möglich, helfend und verkehrserziehend eingegriffen, um Widerhandlungen – und insbesondere Unfälle – im Strassenverkehr zu verhindern.
Quelle der Meldung: KAPO OW