Verkehrsunfallstatistik 2025 im Kanton Solothurn
Im Jahr 2025 stiegen im Kanton Solothurn die Verkehrsunfälle auf 1’618, mit mehr Motorrad- und E-Mobilitäts-Unfällen, aber deutlich weniger Todesopfern; Polizei intensivierte Kontrollen und Prävention.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
Verkehrsunfälle Seiten 4 – 7 plus Anhang
6-Streifen-Ausbau A1 Seiten 8 – 9
Verkehrskontrollen Seiten 10 – 16
Verkehrsprävention Seiten 17 – 18
Alle 5,4 Stunden ereignete sich im Kanton Solothurn ein Verkehrsunfall. Insgesamt wurden 1’618 Verkehrsunfälle polizeilich rapportiert, 101 Personen schwer verunfallt. Die höchste Unfallzahl mit Personenschaden wurde im Zeitraum von 17–18 Uhr registriert. Täglich ereignen sich 2,9 Verkehrsunfälle innerorts, wobei 17 % aller Unfälle durch das Missachten des Vortrittsrechts verursacht werden. Zudem wurden 8 Raser (ohne Unfall) festgestellt, 238’668 Geschwindigkeitswiderhandlungen erfasst sowie 560 Anzeigen wegen Fahren unter Alkohol, Drogen oder Medikamenteneinfluss aufgenommen. Verkehrspräventiv wurden 20’300 Kinder und Jugendliche unterrichtet und 1’800 Berufslernende in Unfall- und Raserprävention geschult, ebenso wie 3’677 Nutzfahrzeuge kontrolliert.
1. Verkehrsunfälle 2025
Das erste Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklungen, Auswirkungen und Ursachen der Strassenverkehrsunfälle im Kanton Solothurn. Detaillierte statistische Angaben mit umfassendem Zahlenmaterial finden sich im Anhang.
Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen
Im Jahr 2025 ist erneut ein Anstieg der rapportierten Verkehrsunfälle zu verzeichnen. Insgesamt wurden im Kanton Solothurn 1’618 Verkehrsunfälle an die Staatsanwaltschaft rapportiert – ein Anstieg von rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Zehnjahres-Höchststand. Besonders stark betroffen sind die Fahrzeugkategorien der Motorräder mit einem Zuwachs von +29 % sowie die Fortbewegungsmittel des Langsamverkehrs (insbesondere fahrzeugähnliche Geräte, E-Trottinette und E-Bikes) mit insgesamt rund +19 %. Diese Verkehrsteilnehmenden sind vergleichsweise wenig geschützt, was sich auch bei Unfällen mit Personenschaden bemerkbar macht.
Die folgende Zahlenreihe verdeutlicht die Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen von 2016 bis 2025:
1351 1295 1290 1450 1280 1376 1458 1484 1522 1618
0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen 2016–2025
Noch einmal: Alle 5,4 Stunden ereignet sich ein Unfall und es wurden 1’618 Verkehrsunfälle polizeilich rapportiert.
Unfälle mit Personenschaden
Mit dem Anstieg der Gesamtunfälle hat auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden zugenommen. Allerdings bleibt die Zahl der Schwerverletzten (schwer Verletzte und Getötete) weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres. Besonders hervorzuheben ist der deutliche Rückgang der Todesopfer, während die Zahl der Schwerverletzten leicht steigt. Trotz der Zunahme von Unfällen insbesondere mit Motorrädern und Fahrzeugen des Langsamverkehrs zeigt die Entwicklung insgesamt positive Tendenzen.
Im Jahr 2025 verloren im Kanton Solothurn 5 Personen ihr Leben (2024: 14). Bei den Schwerverletzten stieg die Zahl von 85 auf 96 Personen, während die Leichtverletzten um rund ein Prozent auf 722 anstiegen.
Am 14. April 2025 kam es zu einer Kollision zwischen einem Motorrad und einem Auto bei einem Überholmanöver in Hochwald. Zudem wurden 101 Personen schwer verunfallt und die Zeitspanne der meisten Unfälle mit Personenschaden lag zwischen 17 und 18 Uhr.
Verkehrsteilnehmende und Verkehrsmittel
Die markanteste Zunahme zeigt sich in den Fahrzeugkategorien Motorrad sowie bei den Fahrzeugen des Langsamverkehrs. Auch bei Unfällen mit Fussgängerbeteiligung wurde ein leichter Anstieg verzeichnet, während bei Fahrrädern ein Rückgang zu beobachten ist. Bei den Motorradfahrenden fallen insbesondere die Altersgruppen 18–24 Jahre sowie 45–64 Jahre auf. Im Langsamverkehr hängt die Altersverteilung stark von der Fahrzeugart ab: Bei fäG und E-Trottinetten sind häufig Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene beteiligt, während bei E-Bikes vorwiegend Personen ab 45 Jahren bis ins Rentenalter verunfallen. Auch die Bereitschaft zum Helmtragen variiert beträchtlich – vor allem Lenkerinnen und Lenker von E-Trottinetten tragen im Vergleich seltener einen Schutzhelm.
Die folgende Tabelle zeigt die Unfallzahlen nach Art der Mobilitätsform:
| Verkehrsteilnahme / -mittel | 2024 | 2025 | Differenz | Differenz in % |
|---|---|---|---|---|
| Fussgänger | 62 | 66 | +4 | +6 % |
| Fahrzeugähnliches Gerät (FäG) | 8 | 12 | +4 | +50 % |
| Elektro-Trottinette | 19 | 26 | +7 | +37 % |
| Fahrrad | 94 | 88 | -6 | -7 % |
| E-Bike | 74 | 82 | +8 | +11 % |
| Motorrad | 112 | 145 | +33 | +29 % |
| Personenwagen | 1’269 | 1’306 | +37 | +3 % |
| Personentransport (ohne öV) | 14 | 15 | +1 | +7 % |
| Öffentlicher Verkehr (öV) | 19 | 17 | -2 | -12 % |
| Sachentransport | 248 | 269 | +21 | +8 % |
Unfallursachen und -typen
Die fünf häufigsten Unfallursachen im Kanton Solothurn bleiben weitgehend konstant, wobei sich die Reihenfolge teilweise ändert. Im Jahr 2025 führen Fehlverhalten wie Fahrfehler (334 Fälle), Missachtung des Vortritts (273 Fälle), Bedienungsfehler am Fahrzeug (261 Fälle), Unaufmerksamkeit/Ablenkung (256 Fälle) sowie Beeinträchtigungen des Personen-Zustandes (241 Fälle) zu den meisten Unfällen. Innerorts und ausserorts bleibt der Schleuder- oder Selbstunfall der häufigste Typ, während auf der Autobahn klassische Auffahrunfälle – oft infolge mangelnden Abstands oder Unaufmerksamkeit – dominieren.
Noch einmal: 2,9 Verkehrsunfälle ereignen sich täglich innerorts und 17 % aller Unfälle sind auf das Missachten des Vortrittsrechts zurückzuführen.
| Ursache | Erläuterung (nicht abschliessende Aufzählung) |
|---|---|
| Fahrfehler | Zu nahes Aufschliessen, unvorsichtiges Rückwärtsfahren, Wenden |
| Vortritt | Missachten der Signale «Kein Vortritt» und «STOP», Missachten des Rechtsvortritts, Missachten des Vortritts beim Linksabbiegen vor dem Gegenverkehr |
| Unaufmerksamkeit | Ablenkung durch Bedienung technischer Geräte, durch Personen, geringe momentane Aufmerksamkeit |
| Zustand Person | Einwirkung von Alkohol, Betäubungs- oder Arzneimitteln, Übermüdung |
| Bedienung Fahrzeug | Nichtbeherrschen des Fahrzeuges, mangelhafte Manipulation |
| Andere Ursachen | Technischer Mangel am Fahrzeug oder an der Infrastruktur, unbekannte Ursache |
Bei den Unfallursachen Geschwindigkeit (+19) und Alkohol (+12) wurde ebenfalls ein Anstieg festgestellt – wenngleich diese beiden Faktoren nicht zu den Hauptursachen zählen. Weitere Details finden sich in den Abschnitten 3.1 und 3.2.
Fazit und Ausblick
Zusammenfassend zeigt das Unfallgeschehen 2025 einen erneuten Anstieg der rapportierten Verkehrsunfälle. Positiv hervorzuheben ist die Stabilisierung der schwersten Unfallfolgen, insbesondere der Rückgang bei tödlichen Unfällen, obwohl einzelne Bereiche wie Motorradunfälle und jene im Langsamverkehr weiterhin ein hohes Risiko aufweisen. Für die zukünftige Verkehrssicherheit sind verstärkte präventive Massnahmen im Motorradbereich und bei der Sensibilisierung des Langsamverkehrs sowie die Fortführung intensiver Kontrollen von zentraler Bedeutung.
Im Detail entfallen auf die Unfallursachen: Fahrfehler 21 %, Vortritt 17 %, Unaufmerksamkeit 16 %, Zustand Person 15 %, Bedienung Fahrzeug 16 % und andere Ursachen 15 % (Unfallursachen 2025).
2. 6-Streifen-Ausbau der A1 von Luterbach bis Härkingen
Aufgrund des kontinuierlich steigenden Verkehrsaufkommens ist der Autobahnabschnitt A1 zwischen den Verzweigungen Luterbach und Härkingen regelmässig überlastet. Der 6-Streifen-Ausbau soll in drei Bauetappen bis 2032 realisiert werden. Seit Mai 2025 laufen die Bauarbeiten im Los West zwischen Luterbach und dem Anschluss Wangen an der Aare. In Fahrtrichtung Bern und Zürich wird jeweils ein zusätzlicher Fahrstreifen gebaut. Mit dem Ausbau entstehen zudem eine neue Aarebrücke, mehrere Über- und Unterführungen sowie diverse Nebenbauten. Die erste Bauetappe soll planmässig im Jahr 2027 abgeschlossen werden.
Grafik der Bauetappe Los West zwischen Luterbach und Wangen a. A.
Verkehrspolizeiliche Aufgaben im Zusammenhang mit dem Bauprojekt
Die Kantonspolizei Solothurn ist auf der Autobahn A1 zwischen den Anschlüssen Kriegstetten und Rothrist zuständig – dies umfasst auch Abschnitte auf Berner Kantonsgebiet. Die überkantonale Zuständigkeit ist in entsprechenden Vereinbarungen geregelt. Dadurch wird sichergestellt, dass Einsatzführung, Kontrollen und Massnahmen zur Verkehrssicherheit entlang des gesamten betroffenen Streckenabschnitts einheitlich erfolgen. Die Kantonspolizei arbeitet eng mit der Gebietseinheit, der NSNW AG und der Bauleitung zusammen, führt Kontrollen im Baustellenperimeter durch und gewährleistet die nötige Sicherheit – sowohl im regulären Patrouillendienst als auch bei Sachverhaltsabklärungen im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen.
Neubau der Aarebrücke A1 im Bereich Wangen a. A.
Verkehrsfluss und Entwicklung der Verkehrsunfälle
Im rund acht Kilometer langen Baustellenbereich zwischen Luterbach und Wangen a. A. führen temporäre Geschwindigkeitsbegrenzungen und reduzierte Fahrstreifenbreiten zu einer erwartungsgemässen Verlangsamung des Verkehrs, was die Fahrzeiten in beide Richtungen um ein bis drei Minuten verlängert – auch bei guten Verkehrsbedingungen. Die Staus sind primär auf die generelle Überlastung des stark frequentierten Autobahnabschnitts zurückzuführen. Mit dem 6-Streifen-Ausbau soll diese Engpasssituation nachhaltig behoben werden.
Im Baustellenperimeter stieg die Zahl der polizeilich rapportierten Verkehrsunfälle von 59 (im Vorjahreszeitraum) auf 103 zwischen Mai und Dezember 2025. Neben klassischen Auffahrkollisionen, die oft nicht direkt mit der Baustelle im Zusammenhang stehen, gab es einen markanten Anstieg bei Überholunfällen und Kollisionen infolge von Fahrstreifenwechseln – bedingt durch die verengten Fahrstreifen, temporären Kurvenführungen und verkürzten Einspurstrecken im Bereich der Rastplätze Deitingen.
Ereignisbewältigung nach einem Verkehrsunfall auf der A1 bei Deitingen am 1. Juli 2025.
3. Verkehrskontrollen
Dieses Kapitel beleuchtet die verkehrspolizeiliche Kontrolltätigkeit im Kanton Solothurn. Schwerpunkte sind die Geschwindigkeitsüberwachung, Kontrollen der Fahrfähigkeit, gezielte Überprüfungen im Schwerverkehr sowie allgemeine Verkehrskontrollen. Die Ausführungen werden durch statistisches Zahlenmaterial unterstützt.
Geschwindigkeitskontrollen
Regelmässige Geschwindigkeitskontrollen tragen wesentlich zur Verkehrssicherheit bei, indem sie die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit fördern und regelwidriges Fahrverhalten eindämmen. Dies reduziert nicht nur das Unfallrisiko, sondern auch die Schwere der Verletzungen im Unfallfall. Die Kantonspolizei Solothurn setzte ihre Strategie konsequenter Geschwindigkeitskontrollen auch im Jahr 2025 fort.
Im Berichtsjahr stieg die Zahl der Unfälle mit Hauptursache Geschwindigkeit gegenüber dem Vorjahr um rund 17 % auf 129 – was etwas unter dem Niveau von 2023 liegt. Dabei handelt es sich vorwiegend um Unfälle, die auf eine unpassend angepasste Geschwindigkeit an die jeweiligen Strassen-, Wetter- oder Verkehrslagen zurückzuführen sind und weniger um Fälle, in denen Tempolimits überschritten wurden.
3.1.1 Messung mit mobilen und semistationären Anlagen
Vier mobile und zwei semistationäre Messanlagen werden gezielt an neuralgischen und unfallträchtigen Örtlichkeiten – insbesondere im Umfeld von Schulanlagen und sensiblen Bereichen – eingesetzt. Neben der Überwachung des geltenden Geschwindigkeitsregimes sollen die Messungen auch die Verkehrsteilnehmenden zu regelkonformem Verhalten anhalten. Der konsequente Einsatz mobiler Messsysteme wirkt präventiv, da jederzeit mit Kontrollen gerechnet werden muss. Im Juli 2025 führte ein Brandanschlag auf eine semistationäre Anlage zu einem mehrwöchigen Ausfall, was die Zahl der damit durchgeführten Messungen deutlich verringerte.
Mobile Anlagen
2024 2025 Veränderung
Anzahl Kontrollen: 1’255 1’333 +78
Gemessene Fahrzeuge: 2’317’689 2’274’541 -43’148
Anzahl Übertretungen: 124’691 123’854 -837
Übertretungen in %: 5.38 5.45 +0.07
Semistationäre Anlagen
2024 2025 Veränderung
Anzahl Kontrollen: 97 89 -8
Gemessene Fahrzeuge: 8’073’260 6’870’443 -1’202’817
Anzahl Übertretungen: 56’504 66’924 +10’420
Übertretungen in %: 0.70 0.97 +0.27
Messung mit ortsfesten Anlagen
Neben mobilen und semistationären Anlagen sind im Kanton Solothurn insgesamt 18 ortsfeste Geräte im Einsatz, von denen viele innerorts mit Rotlichtüberwachung kombiniert sind. Zwei Anlagen messen ausschliesslich die Geschwindigkeit auf der A5 bei Biberist und auf der A1 bei Oberbuchsiten.
Fixe Anlagen Autobahnen A1 und A5
2024 2025 Veränderung
Gemessene Fahrzeuge: 19’279’262 23’384’398 +4’105’136
Anzahl Übertretungen: 25’128 40’203 +15’075
Übertretungen in %: 0.13 0.17 +0.04
Geschwindigkeit innerorts – Anzahl Übertretungen
2024 2025 Veränderung
Anlage Grenchen: 9 7 -2
Anlagen Olten: 1’632 2’705 +1’073
Anlagen Solothurn: 3’461 3’900 +439
Übrige Anlagen: 1’013 963 -50
Rotlicht innerorts – Anzahl Übertretungen
2024 2025 Veränderung
Anlage Grenchen: 1’339 1’419 +80
>Anlagen Olten: 2’405 4’467 +2’062
Anlagen Solothurn: 1’001 1’308 +307
Übrige Anlagen: 116 139 +23
Auf den Autobahnen A1 und A5 stieg die Zahl der gemessenen Fahrzeuge 2025 deutlich auf über 23 Millionen (+4,1 Mio. gegenüber 2024). Gleichzeitig erhöhte sich die Übertretungsquote leicht von 0.13 % auf 0.17 %. Innerorts, insbesondere in Olten, ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen – verursacht durch die Inbetriebnahme der neuen Anlage nach Umbauarbeiten am Postplatz, was auch zu einem entsprechenden Anstieg bei den Rotlichtüberwachungen führte.
3.1.2 Messungen mit handbedienten Lasergeräten
Handbediente Lasermessgeräte kommen an Örtlichkeiten zum Einsatz, an denen klassische Radargeräte an ihre Grenzen stossen. Sie ermöglichen die gezielte Kontrolle von Schnellfahrern. Aufgrund von Personalengpässen wurden weniger Messungen durchgeführt, was den Rückgang der festgestellten Widerhandlungen erklärt.
Laser
2024 2025 Veränderung
Anzahl Kontrollen: 46 31 -15
Anzahl Übertretungen: 197 112 -85
Es wurden 8 Raser (ohne Unfall registriert) und insgesamt 238’668 Geschwindigkeitswiderhandlungen festgestellt.
3.1.3 Raser
Nach gesetzlicher Definition gilt ein Verkehrsteilnehmender als Raser, wenn er durch besonders grobes und verkehrsregelwidriges Verhalten ein hohes Risiko für schwere oder tödliche Unfälle in Kauf nimmt – etwa durch massiv überschrittene Geschwindigkeitslimits, waghalsige Überholmanöver oder die Teilnahme an illegalen Rennen. Die nachfolgenden Geschwindigkeitsüberschreitungen entsprechen den Vorgaben des ASTRA:
Geltende Höchstgeschwindigkeit – maximale Überschreitung (mind.)
30 km/h (meist Quartierstrassen) 40 km/h
50 km/h (meist im Innerortsbereich) 50 km/h
80 km/h (meist im Ausserortsbereich) 60 km/h
>80 km/h (Autobahnen und Autostrassen) 80 km/h
Die registrierten Raserfälle zeigen leichte Schwankungen der Letzten drei Jahre. Nachdem im Jahr 2023 neun Fälle verzeichnet wurden und 2024 auf 13 anstieg, sank die Zahl 2025 wieder auf acht Fälle.
Raser
2023 2024 2025
Raser-Tatbestand erfüllt: 9 13 8
3.1.4 Spitzengeschwindigkeiten
Die Übersicht der gemessenen Spitzengeschwindigkeiten nach Ortslage zeigt, dass die Werte im Vergleich zu den Vorjahren nahezu konstant geblieben sind. Die Erhebung der Spitzengeschwindigkeit innerorts (bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h) wird erst seit 2024 durchgeführt.
125 148 200 79
120 154 208 74
129 157 192 –
Spitzengeschwindigkeit innerorts (erlaubt 30 km/h)
Spitzengeschwindigkeit innerorts (erlaubt 50 km/h)
Spitzengeschwindigkeit ausserorts (erlaubt 80 km/h)
Spitzengeschwindigkeit Autobahn (erlaubt 120 km/h)
Spitzengeschwindigkeiten 2023 2024 2025
Beeinträchtigung der Fahrfähigkeit durch psychotrope Substanzen
Die Fahrfähigkeit bezeichnet die körperliche und geistige Eignung einer Person, ein Fahrzeug während der gesamten Fahrt sicher zu führen. Neben Faktoren wie Übermüdung oder medizinischen Ursachen ist der Konsum psychotroper Substanzen von besonderer Bedeutung, da dieser die Wahrnehmung, das Denkvermögen, die Gefühlslage und die Handlungsfähigkeit stark beeinträchtigen kann – und so ein erhebliches Risiko im Strassenverkehr darstellt.
3.2.1 Fahren unter Einfluss von Alkohol
Im Berichtsjahr wurde bei Fahren unter Alkoholeinfluss ein Rückgang von 12 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Dieser Rückgang ist jedoch vorwiegend auf eine reduzierte Kontrollintensität zurückzuführen, weil sicherheitspolizeiliche Ressourcen zur Bekämpfung lokaler Intensivtäter (z. B. bei Einbruchdiebstählen) umgeschichtet wurden. Dies führte zu weniger Kontrollen im Bereich Alkohol, Drogen und Medikamenteneinfluss.
Fahren in angetrunkenem Zustand (FiaZ)
2024 2025 Veränderung Differenz in %
0.10 – 0.48 Promille1: 14 17 +3 +21 %
0.50 – 0.78 Promille: 132 112 -20 -15 %
>0.80 Promille: 213 186 -27 -13 %
Total: 359 315 -44 -12 %
1Der Bereich von 0.10 – 0.48 Promille gilt als Fahrverbot unter Alkoholeinfluss und betrifft eine eingeschränkte Gruppe von Fahrzeuglenkenden (z. B. Führerausweis auf Probe, dienstliche Transporte oder Begleitpersonen bei Lernfahrten). Statistisch wird diese Gruppe dem FiaZ zugeordnet.
Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Unfälle mit der Hauptursache Alkohol von 129 auf 141, was darauf hindeutet, dass die geringere Kontrollintensität zu einer höheren Unfallrate beigetragen haben könnte, obwohl die Unfälle mit Personenschaden leicht zurückgingen.
3.2.2 Fahren unter Einfluss von Drogen und Medikamenten
Fahren unter Drogen und Medikamenteneinfluss
2024 2025 Differenz Differenz in %
Fahren unter Drogen (FuD): 344 237 -107 -31 %
Fahren unter Medikamenteneinfluss (FuM)2: 7 8 +1 +14 %
Total: 351 245 -106 -30 %
2Eine Unterscheidung zwischen Drogen- und reinen Medikamentenfällen ist oft schwierig, da häufig Mischkonsum auftritt. In dieser Statistik werden Fälle von Mischkonsum unter FuD subsumiert, während unter FuM ausschliesslich reine Medikamentenfälle ausgewiesen werden.
Bei Fahren unter Drogen und/oder Medikamenteneinfluss sank die Gesamtzahl 2025 um 30 % – was primär auf die bereits erwähnte Ressourcenverschiebung zurückzuführen ist und nicht zwangsläufig die tatsächlichen Verhältnisse auf den Strassen widerspiegelt.
Für den Jahrgang 2025 wurden 560 Anzeigen wegen Fahren unter Alkohol, Drogen oder Medikamenteneinfluss erfasst.
Autoposing und Verkehrslärm
Autoposer verursachen neben übermässigem Verkehrslärm auch zusätzliche Umweltbelastungen und schüchtern andere Verkehrsteilnehmende ein. Mit leistungsstarken, oft technisch abgeänderten Premiumfahrzeugen setzen sie auf Inszenierung – man hört sie, bevor man sie sieht. Dabei dienen Schaufenster als Spiegel und Tunnel als Konzertsäle – es geht vorrangig um Aufmerksamkeit.
Diese Selbstdarstellung geht oft mit vermeidbarem, übermässigem Motorenlärm einher, der nicht nur subjektiv als störend empfunden wird, sondern auch messbare Belastungen für Gesundheit und Lebensqualität darstellt. Besonders in dicht besiedelten Gebieten führt unnötiger Lärm zu Störungen der Nachtruhe und Stressreaktionen. Die gesetzlichen Bestimmungen untersagen übermässigen Lärm und technische Manipulationen an Fahrzeugen, die zu erhöhten Emissionen führen.
Gesamtschweizerisch bleibt Fahrzeuglärm – vor allem im Zusammenhang mit der Poserszene – trotz bestehender Vorschriften ein Problem. Wie im Bericht des UVEK «Rechtliche und technische Abklärungen zur Anwendung von Lärmblitzern» vom 12. Dezember 2025 festgehalten, stehen technische und rechtliche Hürden einer direkten Sanktionierung mittels automatisierter Lärmmesssysteme entgegen.
Im Kanton Solothurn ist 2025 ein deutlicher Rückgang in der Autoposer-Szene festzustellen – was sich in Strafanzeigen, Fahrzeug-Sicherstellungen und subjektiven Rückmeldungen der Front-Mitarbeitenden widerspiegelt. Dennoch werden auch zukünftig an neuralgischen Punkten Schwerpunktkontrollen durchgeführt.
Facts rund um das Auto-Posing
2023 2024 2025
Total Strafanzeigen gegen Autoposer: 72 46 32
Sicherstellungen zuhanden der MFK des Kantons Solothurn: 24 9 6
Allgemeine Verkehrskontrollen
Die dargestellten Widerhandlungen wurden sowohl im Rahmen gezielter Kontrollaktionen als auch im allgemeinen Patrouillendienst festgestellt. Insgesamt lagen die Fallzahlen nahezu auf dem Niveau der Vorjahre. Ein Rückgang wurde insbesondere bei den Delikten „Vornahme einer Verrichtung, welche die Bedienung des Fahrzeuges erschwert“ und beim „Verwenden eines Telefons ohne Freisprecheinrichtung“ beobachtet – letzteres unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach ein kurzfristiger Blick auf das Display nicht immer strafbar ist. Im Gegensatz dazu stieg der Fall „Führen eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis“ deutlich an, vor allem bei Schwerpunktkontrollen im Bereich motorisierter Langsamverkehr (E-Scooter, E-Bikes).
Festgestellte Widerhandlungen
2023 2024 2025
Mangelnder Abstand: 33 36 26
Vornahme einer Verrichtung, welche die Bedienung des Fahrzeuges erschwert: 255 115 69
Vereiste Scheiben ‚Guckloch‘: 43 50 47
Eisplatten auf Fahrzeugdach: 6 14 3
Führen eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis: 187 276 325
Verwenden eines Telefons ohne Freisprecheinrichtung: 1’610 868 515
Nichttragen der Sicherheitsgurten: 930 710 766
Unterlassen der Richtungsanzeige: 91 76 74
Rollstopp: 44 41 20
Nichtgewähren des Vortritts bei Fussgängerstreifen: 19 13 12
Fahren ohne Licht bei Nacht mit Motorfahrzeug: 25 21 27
Fahren ohne Licht bei Nacht mit Fahrrad / Mofa: 57 73 49
Kontrollen des Schwerverkehrs
Seit September 2024 ist in Oensingen das neue Schwerverkehrskontrollzentrum (SVKZ) in Betrieb. Dank moderner Infrastruktur, die auf den Kontrollbetrieb schwerer Motorwagen ausgerichtet ist, können zwar weniger Fahrzeuge, aber wesentlich gründlichere und technisch umfassendere Kontrollen vorgenommen werden. Besonders hervorgehoben werden 433 Strafanzeigen wegen technischer Mängel oder Manipulationen, die die Betriebssicherheit der Fahrzeuge beeinträchtigen.
Kontrolle eines Fahrzeuges im Luigi Colani Design – SVKZ.
Strassenkontrollen
2023 2024 2025
Kontrollierte Fahrzeuge (schweizerische Immatrikulation): 3’235 2’237 1’457
Kontrollierte Fahrzeuge (ausländische Immatrikulation): 2’672 1’899 2’220
Kontrollierte Fahrzeuge mit gefährlichen Gütern (ADR / SDR): 217 282 262
Kontrollierte Gesellschaftswagen (Car): 114 109 87
Stillgelegte Fahrzeuge (schweizerische Immatrikulation): 319 249 273
Stillgelegte Fahrzeuge (ausländische Immatrikulation): 169 135 298
Anzahl Strafanzeigen gesamt: 1’344 1’422 2’087
Anzahl Ordnungsbussen gesamt: 542 422 72
3.5.1 Kontrollen von Tiertransportfahrzeugen
Tiertransporte unterliegen im gewerbsmässigen Strassentransport besonderen Anforderungen. Neben den verkehrsrechtlichen Vorschriften sind auch die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes strikt einzuhalten. Bei gezielten Kontrollen werden u. a. die fachgerechte Einstreu, ausreichende Luftzufuhr, Dichtheit der Fahrzeuge und weitere tierschutzrechtliche Anforderungen geprüft.
Tiertransportkontrollen
2023 2024 2025
Anzahl Grosskontrollen Tiertransportfahrzeuge: 2 2 2
Kontrollierte Tiertransportfahrzeuge: 151 91 65
Übertretungen im Bereich Tierschutz während Transport: 12 9 4
Insgesamt wurden 3’677 Nutzfahrzeuge kontrolliert.
4. Verkehrspolizeiliche Prävention
Ein wesentlicher Aspekt der verkehrspolizeilichen Arbeit ist die Prävention. Ziel ist es, das Risikobewusstsein der Verkehrsteilnehmenden zu stärken und ein regelkonformes sowie rücksichtvolles Verhalten zu fördern. Die Kantonspolizei Solothurn engagiert sich intensiv – sei es durch gezielte Kampagnen, die Teilnahme an Messen, Veranstaltungen und Elternabenden oder durch die Nutzung sozialer Medien, um aktuelle und saisonale Verkehrsthemen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Präventionskampagne «schliifts?!»
Mit dem Frühlingsbeginn und dem Start der Motorradsaison nimmt erfahrungsgemäss auch die Zahl der Töff-Unfälle zu. Zum Saisonauftakt im April 2025 wurde mit der Kampagne «schliifts?!» Motorradfahrende für vorausschauendes und rücksichtsvolles Fahren sowie sichere Kurventechniken sensibilisiert. Der Fokus liegt bewusst auf dem Motorradverkehr, da insbesondere auf kurvenreichen Strecken wie dem Passwang, Gempen, Balmberg und weiteren kritische Situationen – auch in Verbindung mit dem öffentlichen Verkehr – beobachtet wurden. Die Kampagne, ursprünglich von der Kantonspolizei Bern initiiert, erzielt durch den gemeinsamen Auftritt einen hohen Wiedererkennungseffekt und verstärkt die präventive Wirkung kantonsübergreifend. Angesichts der negativen Tendenz bei Motorradunfällen und des gestiegenen Verletztenaufkommens in dieser Fahrzeugkategorie wird die Kampagne «schliifts?!» im Jahr 2026 weitergeführt.
Verkehrsunterricht an den Volksschulen
Ein besonderes Augenmerk gilt den jungen Verkehrsteilnehmenden. Im Jahr 2025 vermittelte die Verkehrsinstruktion der Kantonspolizei Solothurn in rund 310 Kindergärten knapp 5’700 Kindern die Grundlagen eines sicheren Verhaltens im Strassenverkehr. An über 700 Primarschulklassen wurden zudem rund 11’500 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.
Verkehrsunfallprävention an Berufsfachschulen
Im Spätherbst 2025 fand in den kantonalen Berufsfachschulen in Solothurn, Grenchen und Olten erneut eine Verkehrsunfall- und Raserprävention statt – als Ergänzung zum Unterricht an den Volksschulen. Insgesamt 46 Veranstaltungen, kooperativ durchgeführt mit Roadcross Schweiz, erreichten rund 1’800 Lernende des zweiten Lehrjahres.
5. Anhang
Auf den folgenden Seiten finden Sie die detaillierte Strassenverkehrsunfall-Statistik des Bundesamtes für Strassen (ASTRA).
Quelle der Meldung: KAPO SO
Einordnung
Weitere Unfälle auf der A5 im Jahr 2026
- Biel/Bienne BE: LKW streift PW im A5-Tunnel – Vollsperrung28.5.2026
- Leuzigen BE: A5-Selbstunfall – Trümmer treffen Gegenverkehr16.5.2026
- Wegen Unfall auf A5: Behinderung vor Verzweigung Luterbach24.4.2026
- Ligerz BE: Unfall auf der A5 führt zu langer Tunnelsperrung21.4.2026
- Wegen Unfall auf A5: Sperrung zwischen Thielle und Ligerz-Tunnel21.4.2026
Weitere Meldungen aus Deitingen (letzte 12 Monate)
- Deitingen SO: Brand frisst 200 Aren Stoppelfeld11.7.2026
- Ende Winterbetrieb A1 zwischen Luterbach und Härkingen10.2.2026
- Deitingen SO: Schlägerei – Mann schwer verletzt, Zeugen gesucht2.2.2026
- Unfall: Verkehrsbehinderung auf A1 zwischen Luterbach und Deitingen22.12.2025
- Luterbach SO: Veloverbindung unter der A1 wieder freigegeben15.12.2025
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