Därligen BE: Millionen-Projekt schützt A8 vor Naturgefahren

BE Stau 25.08.2026 · 08:52
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Am Dienstag (25.08.2026) informierte das ASTRA über Schutzmassnahmen vor Naturgefahren an der A8 Spiez–Interlaken. Das Projekt wird Ende 2027 abgeschlossen.

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK sowie das Bundesamt für Strassen ASTRA informierten an einem Medienanlass zum Schutz vor Naturgefahren an der A8 zwischen Spiez und Interlaken-West sowie an der A9 Simplon. An der Veranstaltung traten David Wetter (Filialchef, ASTRA-Filiale Thun), Simon Wermuth (Projektleiter, ASTRA-Filiale Thun), Lukas Studer (Beauftragter Information + Kommunikation, ASTRA-Filiale Thun), Lukas Bühler (Projektleiter PV Bau, IG Naturgefahren Därligen / Ribuna AG) und Simon Käser (Bauleiter, IG Naturgefahren Därligen / Ribuna AG) auf.

Ablauf und Aufgaben des ASTRA

Das Programm umfasste eine Vorstellung des ASTRA und der Filiale Thun, Ausführungen zum Schutz vor Naturgefahren beim ASTRA sowie die Projektbeschreibung zu Spiez – Interlaken-West. Anschliessend folgten eine Verschiebung zu den Geschiebesammlern «Innere Leespitzgraben» und «Schlyfsteigraben», eine Besichtigung dieser beiden Anlagen, Zeit für Fotos und Interviews sowie die individuelle Abreise. Für die Inspektion vor Ort waren eine persönliche Sicherheitsausrüstung mit Signalweste und Helm, das Zusammenbleiben in der Gruppe sowie Rücksicht auf die Ausführungsarbeiten vorgesehen.

Das ASTRA fungiert als Kompetenzstelle des Bundes für Strasseninfrastruktur und den individuellen Strassenverkehr. Zu den Aufgaben gehören der Bau, Betrieb und Unterhalt der Nationalstrassen, das Strassenverkehrsrecht sowie die Zulassung von Personen und Fahrzeugen. Die Behörde stellt die Sicherheit und Verfügbarkeit des Nationalstrassennetzes sicher. Die Filialen sind für die Projektierung und Ausführung von Erweiterungs- und Erhaltungsmassnahmen auf dem bestehenden Netz zuständig, wozu auch der Naturgefahrenschutz zählt.

Zahlen zum Netz und Organisation der Filiale Thun

Das schweizerische Nationalstrassennetz erstreckt sich über 2’254,5 km und umfasst 480 Anschlüsse, 280 Tunnels, 4’400 Brücken, Lärmschutzbauten, Wildtierpassagen sowie eine Vielzahl an Schutzbauwerken gegen Naturgefahren.

Die Filiale Thun betreut ein Netz von 415 km Länge mit Abschnitten in Betrieb, der Netzvollendung im Kanton Wallis und neuen Strecken ab 2020 im Raum Bern, Sion, Martigny, Thun, Visp und Brig (A1, A5, A6, A8, A9, A12). Das Organigramm der Filiale 2 Thun gliedert sich unter Filialchef David Wetter in die Bereiche Support/Recht (Julia Stalder), Investitionscontrolling (Markus Matti), Erhaltungsplanung (Peter Liechti), Projektmanagement Nord (Andri Sinzig) und Projektmanagement Süd (Thomas Gut).

Die Erhaltungsplanung führt Inspektionen durch, plant Betrieb und Unterhalt und generiert Projekte für das Projektmanagement. Der betriebliche Unterhalt liegt bei den Gebietseinheiten; im Kanton Bern übernimmt dies die Dienststelle Gebietseinheit I mit Winterdienst, Reinigung, Grünpflege, elektromechanischem und technischem Dienst, Unfalldienst sowie kleinem baulichem Unterhalt. Das Projektmanagement Nord ist für Massnahmen im Kanton Bern zuständig, das Projektmanagement Süd für jene im Kanton Wallis.

Naturgefahren und Schutzmassnahmen

Das ASTRA erstellte Gefahrenhinweiskarten als Fundament für risikobasierte Einschätzungen und die Prüfung verhältnismässiger Massnahmen. Rund 300 km des Nationalstrassennetzes befinden sich in von Naturgefahren bedrohten Zonen. Schweizweit werden jährlich zweistellige Millionenbeträge investiert, um Verkehrsteilnehmende und Infrastruktur zu schützen.

Als Beispiele nennt das Amt Steinschlagschutznetze am Brünigpass, Schutzwälder an der A8 am Brienzersee und der A9 am Simplon, Murgangschutz an der A9 Simplon sowie Hochwasserschutz an der A9 bei Sierre.

Projekt Naturgefahren Spiez – Interlaken-West

Als Projektgrundlage diente eine Gefahrenbeurteilung des Tiefbauamts des Kantons Bern aus den Jahren 2006/2007, die vom ASTRA 2012 aktualisiert wurde. Das Vorhaben wird gemeinschaftlich von ASTRA und BLS getragen und schützt auch die Bahnanlagen. Zudem sind die Schwellenkooperation und die Burgergemeinde Därligen sowie der kantonale Wasserbauingenieur in Planung und Ausführung eingebunden.

Das Bauprojekt gliedert sich in folgende Einzelmassnahmen:

  • Innere Leespitzgraben (M01): Abbruch und Neubau des Geschiebesammlers für 1,6 Millionen Franken. Das Rückhaltevolumen erhöht sich von bisher ca. 850 m³ auf neu 1’600 m³ bei einer Ereignis-Jährlichkeit von 30 bis 100 Jahren.
  • Schlyfsteigraben (M02): Neubau eines Geschiebesammlers in Betonieretappen für 3,2 Millionen Franken mit 1’700 m³ Volumen und einer Jährlichkeit von 30 bis 100 Jahren.
  • Gwattgraben (M03): Rechenersatz und Erhöhung des Sammelbecks für 0,3 Millionen Franken (180 m³ Rückhaltevolumen, 30-jähriges Ereignis).
  • Riedgraben (M04): Erhöhung des Aquädukts, Sohlabsenkung bei der Brücke des Unterhaltswegs und zusätzliche Leitdämme für 1,2 Millionen Franken (100-jähriges Ereignis).
  • Innere und Ussere Balmgraben sowie Marchgraben (M05): Abbruch und Neubau des Geschiebesammlers sowie neue Leitdämme für 2,2 Millionen Franken mit 2’100 m³ Volumen bei einer Jährlichkeit von 30 bis 100 Jahren.

Terminplanung

Ab Sommer 2025 starten Vorbereitungsarbeiten und Installationen. Der Rastplatz Därligen wird vom 25. August 2025 bis September 2026 gesperrt. Die Hauptarbeiten im Baulos A (Massnahmen 1 und 2) finden von September 2025 bis Oktober 2026 statt. Das Baulos B (Massnahme 3) wird zwischen Oktober und November 2026 umgesetzt. Die Hauptarbeiten im Baulos C (Massnahmen 4 und 5) dauern von September 2026 bis Juni 2027. Der Gesamtabschluss erfolgt Ende 2027.

Quelle der Meldung: ASTRA

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  Redaktion Unfallmeldungen       25 August, 2026 08:52