Autofahrer sind in der Schweiz an die Einhaltung gewisser Verkehrsregeln und Tempolimits gebunden. Halten sie diese nicht ein, droht eine Strafe. Die Schweiz ist im Allgemeinen bekannt für ihre Strenge, was den Vollzug von derartigen Sanktionen angeht. Doch wie genau sehen diese aus? Wie schnell dürfen Autofahrer sein und was passiert bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung? All das soll nachfolgend erläutert werden.
Wie schnell darf ich in der Schweiz fahren?
Die Grundlage aller Verkehrsregeln innerhalb der Schweiz sind im Schweizer Strassenverkehrsgesetz (SVG) zu finden. Daneben führt das Land ausserdem die Verkehrsregelnverordnung (VRV), sowie die sogenannte «Via Sicuria». Sie ist eine Massnahme, welche die Regierung dazu einsetzt, um die allgemeine Verkehrssicherheit innerhalb des Landes zu verbessern.
Ein Hinweis auf die Geschwindigkeit findet man im Artikel 32 des Strassenverkehrsgesetzes, in dem geschrieben steht, dass ein Geschwindigkeitslimit auf sämtlichen Strassen Geltung besitzt. Anders als in anderen europäischen Ländern gilt in der Schweiz also ein Tempolimit auf allen Strassen und nicht ausschliesslich innerorts oder nur auf der Autobahn.
Der Vorgabe auf Beschilderungen ist zu folgen, zudem sollen Autofahrer stets auf die herrschende Witterung und Strassenverhältnisse achten und ihre Geschwindigkeit dementsprechend anpassen.
Welche Tempolimits gibt es in der Schweiz?
Um eine kleine Übersicht der Tempolimits innerhalb der Schweiz zu erhalten, folgt hier eine Übersicht:
• Innerorts: 50 km/h
• Ausserorts: 80 km/h
• Autostrassen: 80 bis 100 km/h
• Autobahn: 80 bis 120 km/h
Sämtliche Vorgaben für die erlaubte Höchstgeschwindigkeit sind in Artikel 4a der Verkehrsregelnverordnung zu finden. Die Angaben beziehen sich auf alle Fahrzeugtypen, sofern nichts anderes mittels Verkehrsschild angezeigt wird.
Gut zu wissen: Es empfiehlt sich stets, aufmerksam zu fahren und die mögliche Beschilderung zu beachten, mit der gewisse Zonen unter Umständen zeitweise eine andere Geschwindigkeitsbegrenzung abgesteckt werden. So gibt es innerorts Zonen, in denen 20 oder 30 km/h gefahren werden darf, während ausserorts 70 km/h gelten.
Daneben gibt es ein paar Sonderregelungen, die gewerblich betriebene Traktoren betreffen. Diese dürfen zum Beispiel maximal 60 km/h fahren, für LKWs und Sattelzüge ist auf Autobahnen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h angegeben. Selbiges gilt auch für Wohnmobile mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen.
Gelten die Bestimmungen auch für Autos mit Anhängern?
Eine Frage, die immer wieder gerne gestellt wird, bezieht sich darauf, inwieweit die Vorgaben für Fahrzeuge gelten, die mit dem Anhänger unterwegs sind.
In der Schweiz dürfen Gespanne auf der Landstrasse eine Geschwindigkeit von 80 km/h nicht überschreiten. Dagegen ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Schnellstrassen und Autobahnen sehr variabel. Ein Faktor, der hierbei eine grössere Rolle spielt, ist das Gewicht und die vorhandene Zulassung. Ist innerhalb der Papiere eine Zulassung enthalten, dass das Gespann eine Geschwindigkeit von 100 km/h fahren darf, ist dies ohne weiteres auf den Schweizer Autobahnen und Schnellstrassen möglich.
Ein Tempo von 100 km/h ist jedoch nur dann erlaubt, wenn das Gesamtgewicht des Gespanns 3,5 Tonnen nicht überschreitet. Ist dies der Fall, sinkt die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf die typischen 80 km/h.
Gibt es Toleranz für Geschwindigkeitsüberschreitungen?
Abhängig von der Art der Geschwindigkeitsmessung wird in der Schweiz ein sogenannter Toleranzabzug gewährt. Dies sieht im Detail wie folgt aus:
• Radarmessungen: 5 bis 7 km/h
• Lasermessungen: 3 bis 5 km/h
• Mobile Messung: 7 bis 9 km/h
Die genannte Toleranz wird ausschliesslich deshalb gewährt, weil die Messungen unter Umständen ungenau sein können, trotz einer regelmässigen Kontrolle der jeweiligen Anlagen.
Je nach System wird die Messanlage von einer speziellen Messperson beaufsichtigt, in anderen Fällen läuft sie autonom, ohne dass die Einwirkung einer anderen Person erforderlich ist. Jedoch ist davon auszugehen, dass mobile Messanlagen stets eine zusätzliche Kontrolle voraussetzen, um die Richtigkeit der Messung festzustellen.
Welche Strafen sind bei Geschwindigkeitsüberschreitungen möglich?
Wie auch in anderen Ländern, so fallen die Bussgelder bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz unterschiedlich hoch aus. Allerdings werden bestimmte Vergehen schlimmer geahndet, beispielsweise eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit innerhalb einer geschlossenen Ortschaft.
Im Detail sieht dies wie folgt aus:
Überschreitung Bussgeldhöhe innerorts Bussgeldhöhe ausserorts
bis 5 km/h 40 CHF 40 CHF
6 bis 10 km/h 120 CHF 100 CHF
11 bis 15 km/h 250 CHF 160 CHF
16 bis 20 km/h unbestimmte Höhe 240 CHF
Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von über 20 km/h werden zudem weitere Strafen verhängt. Mit dazu gehört nicht nur eine Anzeige und eine relativ hohe Geldbusse, sondern auch ein Fahrverbot, sowie der Entzug der Fahrerlaubnis.
Ein wenig anders sieht es bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn aus:
• bis 5 km/h: 20 CHF
• 6 bis 10 km/h: 60 CHF
• 11 bis 15 km/h: 120 CHF
• 16 bis 20 km/h: 180 CHF
• 21 bis 25 km/h: 260 CHF
Wer mehr als 25 km/h zu schnell ist, muss mit einer unbestimmt hohen Geldbusse rechnen. Zusätzlich kann es zur Verhängung einer Freiheits- oder weiteren Geldstrafe kommen. Daneben ist eine 3-monatige Verwarnung möglich.
Schlimmstenfalls wird das Fahrzeug umgehend beschlagnahmt, sodass der Fahrer nicht mehr dazu in der Lage ist, es zu betreiben. So soll verhindert werden, dass er eine weitere Gefahr für den Strassenverkehr darstellt.