Basel BS: Räumung endet in Krawall – Demo wütet durch Stadt
Am Mittwoch (01.07.2026) räumte die Kapo Basel-Stadt ein besetztes Areal an der Klybeckstrasse; abends verursachte eine unbewilligte Demo massive Sachschäden.
Am Mittwoch, 1. Juli 2026, führte die Kantonspolizei Basel-Stadt die Räumung eines besetzten Areals an der Klybeckstrasse durch. Ende Mai hatten unbekannte Personen drei leerstehende Gebäude an der Klybeckstrasse 229 in Beschlag genommen. Die Eigentümerin der Liegenschaft reichte daraufhin eine Strafanzeige ein, womit die Bedingungen für eine polizeiliche Räumung erfüllt waren. Sowohl die Arealbesitzerin als auch die Kantonspolizei mahnten die Hausbesetzerinnen und Hausbesetzer ab und forderten sie auf, die Gebäude zu verlassen. Da diese Aufforderungen ignoriert wurden, startete die Kantonspolizei Basel-Stadt am frühen Mittwochmorgen mit der Räumung der Liegenschaften.
Räumung und Personen auf dem Dach
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte befanden sich keine Personen mehr in den Gebäuden, mit Ausnahme von zwei Personen, die sich auf dem Dach eines Gebäudes aufhielten. Dies führte zu einer mehrstündigen Verzögerung der Räumung. Die beiden Personen weigerten sich, das Dach zu verlassen, obwohl sie mehrfach dazu aufgefordert wurden und auch die Verhandlungsgruppe beigezogen wurde. Nach Abschluss der Räumung wurde das Areal der Besitzerin zurückgegeben. Um weiteren Besetzungen vorzubeugen, war eine Baufirma an den Zugängen zur Liegenschaft tätig. Da für die Kantonspolizei die Sicherheit der beiden weiterhin auf dem Dach verbleibenden Personen sowie die Verhältnismässigkeit Priorität haben, wurde ein Dispositiv aufrechterhalten.
Verkehrsbehinderungen
Mit dem Beginn der Räumung kurz nach 04.00 Uhr sperrte die Polizei die Klybeckstrasse im Bereich zwischen der Kleinhüningerstrasse und der Dreirosenbrücke sowie die Gärtnerstrasse zwischen der Holderstrasse und der Mauerstrasse für den Individualverkehr. Um ca. 11.00 Uhr konnte die Gärtnerstrasse wieder für den Verkehr freigegeben werden. Der Tramverkehr war von den Massnahmen nicht betroffen, da die Tramlinie 8 in Richtung Stadt eine Umleitung durch die Inselstrasse befuhr.
Unbewilligte Demonstration und Sachbeschädigungen
Am Abend versammelten sich in der Dreirosenanlage ca. 450 Personen zu einer unbewilligten Demonstration. Die Teilnehmenden lehnten eine Kommunikation mit der Polizei ab, obwohl die Kantonspolizei mehrfach versuchte, mit ihnen in Kontakt zu treten. Kurz nach 19.30 Uhr bewegte sich der Demonstrationszug durch die Klybeckstrasse. Auf dem Klybeckplatz hinderte die Polizei die Teilnehmenden daran, zu der geräumten Liegenschaft vorzudringen. Dabei griffen die Personen die Polizeikräfte mit Wurfgegenständen und Feuerwerkskörpern an. Daraufhin wurde ein Wasserwerfer in Stellung gebracht, worauf die Angriffe auf die Einsatzkräfte eingestellt wurden.
Wenige Minuten später begab sich der Demonstrationszug durch die Klybeckstrasse zurück in Richtung Dreirosenanlage. Die weitere Route führte durch die Untere Rebgasse, die Greifengasse, die Mittlere Brücke, die Eisengasse, den Marktplatz, die Spiegelgasse, den Blumenrain, die St. Johanns-Vorstadt, die Johanniterbrücke und die Feldbergstrasse zurück in die Klybeckstrasse zum Klybeckplatz. Auf der gesamten Strecke kam es zu teilweise massiven Sachbeschädigungen.
Am Klybeckplatz unterband die Polizei einen Weitermarsch zur geräumten Liegenschaft. Die Demonstrationsteilnehmenden griffen die Polizei massiv mit Wurfgegenständen und Feuerwerk an und bewegten sich weiter auf die Polizeikräfte zu. Um diese Angriffe abzuwehren, setzte die Polizei Wasser und anschliessend Reizstoff ein. Eine Person wurde durch die Kantonspolizei angehalten und der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt zugeführt. Sie steht unter dem Verdacht, im Verlauf der Demonstration Landfriedenbruch sowie massive Sachbeschädigungen begangen zu haben.
Unterstützende Einsatzkräfte
Die Kantonspolizei Basel-Stadt wurde von Kräften der Kantonspolizei Aargau, der Polizei Kanton Solothurn, der Kantonspolizei Bern, der Luzerner Polizei und der Rettung Basel-Stadt unterstützt.
Quelle der Meldung: Kantonspolizei Basel-Stadt
