SG: Kapo-Tipps: So verhindert man einen Unfall beim Wandern

SG 24.08.2026 · 16:10
Auf der Unfallkarte live ansehen ›

Die Kantonspolizei St.Gallen gibt wertvolle Sicherheitstipps für das Wandern in den Bergen und erklärt die drei verschiedenen Kategorien von Wanderwegen.

Angenehmere Temperaturen locken in die Berge, um eine Wanderung zu unternehmen. Diese erholsame Freizeitbeschäftigung birgt jedoch auch Risiken, die nicht unterschätzt werden sollten. In diesem Kapo-Ratgeber gibt es wertvolle Tipps für die Sicherheit beim Wandern.

In der Schweiz verunglücken jedes Jahr Menschen in den Bergen tödlich. Nicht jede Route ist für alle Personen geeignet. Die folgenden Ratschläge sollen dazu beitragen, das Wandern sicherer zu machen.

Tipps für die Vorbereitung und die Tour

Wanderungen sollten im Voraus sorgfältig geplant werden. Dabei sind die eigene Erfahrung, die körperliche und mentale Verfassung aller Teilnehmenden, der Schwierigkeitsgrad der Route sowie die aktuellen Wetter- und Wegverhältnisse zu berücksichtigen. Sich selbst zu überschätzen ist zu vermeiden; die Route muss an die Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Mitwandernden angepasst werden. Vorzugsweise wird zu zweit oder in einer Gruppe gewandert, damit im Notfall niemand auf sich alleine gestellt ist.

Die Ausrüstung sollte auf dem aktuellen Stand sein, zudem sind feste Schuhe mit einer griffigen Sohle zu tragen. Vor Ort ist es ratsam, sich über unvorhergesehene Einflüsse wie den Wegzustand zu informieren. Das Mitführen einer Notfallausrüstung und ausreichend Flüssigkeit ist erforderlich. Signalisierte Wege dürfen unterwegs nicht verlassen werden.

Vor Beginn der Wanderung sollte der Akku des Mobiltelefons aufgeladen werden. Ausserdem sollten Bekannte darüber informiert werden, welche Wanderroute gewählt wird und wann die Rückkehr geplant ist. Dies ist insbesondere bei Alleingängen wichtig. Wenn schlechtes Wetter aufzieht, sollte rechtzeitig umgekehrt oder Schutz unter einem Unterstand sowie in einer Hütte gesucht werden. Schutz unter einem Baum zu suchen, ist auf keinen Fall gestattet. Wer sich plötzlich unwohl fühlt, sollte kein Risiko eingehen und lieber umkehren.

In der Schweiz sind die Wege in die drei Kategorien Wander-, Bergwander- und Alpinwanderwege eingeteilt.

Wanderwege sind mit gelben Wegweisern, Rhomben und Richtungspfeilen gekennzeichnet. Sie sind meistens breit, können stellenweise jedoch auch schmal und uneben sein. Steile Abschnitte werden mit Stufen überwunden, während Absturzstellen mit Geländern gesichert sind. Abgesehen von der gewöhnlichen Aufmerksamkeit und Vorsicht stellen gelb signalisierte Wanderwege keine besonderen Anforderungen. Das Tragen von festen Schuhen mit griffiger Sohle sowie einer der Witterung entsprechenden Ausrüstung wird empfohlen.

Bergwanderwege werden mit gelben Wegweisern mit weiss-rot-weisser Spitze und weiss-rot-weisser Markierung signalisiert. Diese Wege verlaufen überwiegend steil, schmal und teilweise ausgesetzt. Besonders schwierige Passagen sind mit Seilen oder Ketten gesichert. Personen, die hier wandern, sollten trittsicher, schwindelfrei und körperlich fit sein sowie die Gefahren im Gebirge kennen. Neben festen Schuhen mit griffiger Sohle und einer der Witterung angepassten Ausrüstung ist das Mitführen einer Wanderkarte von Vorteil.

Alpinwanderwege sind mit blauen Wegweisern mit weiss-blau-weisser Spitze und weiss-blau-weissen Markierungen versehen. Sie führen teilweise über Schneefelder, Gletscher oder Geröllhalden sowie durch Felsabschnitte mit kurzen Kletterstellen – stellenweise ohne sichtbaren Pfad. Bauliche Vorkehrungen können nicht vorausgesetzt werden. Begeherinnen und Begeher müssen trittsicher, schwindelfrei und fit sein sowie Erfahrung mit den Gefahren im Gebirge haben. Zusätzlich zur Ausrüstung für Bergwanderwege sind – je nach Tour – Kompass, Seil, Pickel und Steigeisen erforderlich.

Erste Hilfe bei Unfällen

Ist jemand verletzt, muss Erste Hilfe geleistet und die betroffene Person vor Gefahren wie Witterung oder Kälte geschützt werden. Die Polizei ist unter der Nummer 117 oder die Rega unter 1414 zu alarmieren. Eine verletzte Person darf niemals alleine gelassen werden.

Verhalten gegenüber Tieren

Unterwegs sollte Tieren ausgewichen werden. Wenn Kühe den Weg versperren, sind diese mit ausreichendem Abstand zu umgehen; ein Durchqueren der Herde ist zu unterlassen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kälber anwesend sind, da diese von den Mutterkühen beschützt werden. Aus diesem Grund ist auch der Hund an der Leine zu führen. Die Kühe müssen stetig beobachtet werden, um deren Reaktionen zu erkennen. Wenn eine Kuh den Hund als Bedrohung wahrnimmt und angreift, muss der Hund losgelassen werden, da Hunde im Allgemeinen schneller als Kühe sind. Werden Kühe gegenüber Menschen aggressiv, ist die Weide langsam rückwärts zu verlassen, da schnelle Bewegungen auf die Tiere bedrohlich wirken.

Verhalten bei Unwetter

Bei drohendem Unwetter ist in den Bergen besondere Vorsicht geboten. Gipfel, Kuppen, einzelne Bäume, Strom- und Seilbahnmasten einschliesslich deren Umgebung sowie Wasserläufe und Stahlseile müssen gemieden werden, da diese Strom leiten. Bei einem Blitzeinschlag besteht dort keine Sicherheit. Als bessere Lösung gelten in solchen Fällen grosse Höhlen, Gebäude mit geschlossenen Fenstern und Türen sowie Autos. Offene Unterstände und Zelte dürfen nicht aufgesucht werden. Während eines Gewitters dürfen keinesfalls metallene Gegenstände wie Regenschirme oder Wanderstöcke am Körper getragen werden. Um die Entfernung des Gewitters zu ermitteln, werden die Sekunden zwischen Blitz und Donner gezählt. Das Ergebnis wird mit 340 multipliziert, da dies die Strecke in Metern ist, die der Schall in einer Sekunde zurücklegt.

Die Kantonspolizei St.Gallen wünscht eine schöne und sichere Wanderung und stellt im nächsten Kapo-Ratgeber wieder neue Informationen bereit.

Quelle der Meldung: Kantonspolizei St. Gallen

Einordnung

Polizeimeldungen direkt aufs Handy WhatsApp-Kanal folgen
  Redaktion Unfallmeldungen       24 August, 2026 16:10