Am 17.07.2026 wurde in Brig ein Trickdieb festgenommen. Die Kantonspolizei Wallis warnt zudem vor aktuellen Fällen im Oberwallis.
In Brig ist am 17. Juli 2026 ein 64-jähriger türkischer Staatsangehöriger festgenommen worden. Er hatte zuvor versucht, einem 87-jährigen Mann eine Bekanntschaft vorzutäuschen, um diesen um Geld zu bringen.
Die durchgeführten Ermittlungen führten dazu, dass dem mutmasslichen Täter in den vergangenen fünf Jahren in der Region Brig und Visp insgesamt mindestens 15 Fälle mit identischem Muster zugeordnet werden konnten. Er soll dabei ältere Personen getäuscht, bestohlen oder dies zumindest versucht haben. Den Geschädigten gegenüber trat er teilweise unter Verwendung von deren Vornamen auf, gab vor, sie persönlich zu kennen, und bat sie danach unter verschiedenen Vorwänden um Geld. Mehrere der angesprochenen Personen liessen sich dadurch überrumpeln und händigten dem Mann Geld aus.
Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Weitere Fälle Ende August
Unabhängig von diesen Ereignissen wurden Ende August 2026 im Oberwallis sechs weitere Fälle gemeldet, bei denen eine andere Vorgehensweise angewendet wurde. Eine bislang unbekannte Täterschaft erkundigte sich bei Passantinnen und Passanten nach dem Weg zum Spital. Im Anschluss bedankte sie sich überschwänglich, stellte körperlichen Kontakt her und legte den Personen Schmuck an oder steckte ihnen Geldnoten zu. Dabei entwendete sie unbemerkt den von den Geschädigten getragenen Schmuck.
Die Täterschaft ist derzeit flüchtig. Die Ermittlungen sind im Gange. Nach aktuellem Kenntnisstand besteht zwischen den beiden Fallserien kein Zusammenhang.
Unterschiedliche Maschen – dasselbe Prinzip
Die Vorgehensweisen von Trickdieben können sehr unterschiedlich sein. Manchmal geben sie sich als Bekannte aus, bitten um Hilfe oder nutzen eine scheinbar alltägliche Situation, um mit ihrem Opfer ins Gespräch zu kommen. Andere suchen bewusst körperliche Nähe. Das Ziel ist jedoch häufig dasselbe: Die Opfer sollen abgelenkt, getäuscht oder überrumpelt werden, damit die Täterschaft an Geld oder Wertsachen gelangt.
So schützen Sie sich
Die Kantonspolizei Wallis empfiehlt:
- Seien Sie aufmerksam, wenn unbekannte Personen Sie ansprechen oder vorgeben, Sie zu kennen.
- Lassen Sie sich nicht ablenken oder unter Druck setzen und halten Sie gegenüber unbekannten Personen genügend Abstand.
- Übergeben Sie unbekannten Personen kein Geld und lassen Sie sich keinen Schmuck oder andere Gegenstände anlegen.
- Tragen Sie möglichst wenig Bargeld und Wertsachen bei sich und bewahren Sie diese körpernah, vorzugsweise in verschliessbaren Innentaschen, auf.
- Lassen Sie Taschen und Gepäck nicht unbeaufsichtigt und tragen Sie diese insbesondere im Gedränge geschlossen auf der Körpervorderseite.
- Lassen Sie unbekannte Personen nicht ohne Weiteres in Ihre Wohnung. Bestehen Zweifel an einer angeblichen Funktion oder einem Auftrag, überprüfen Sie die Angaben selbständig.
- Melden Sie vollendete und versuchte Trickdiebstähle der Polizei. Meldungen helfen, aktuelle Vorgehensweisen und örtliche Häufungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Präventionsmassnahmen zu treffen.
Im Verdachtsfall: Polizei verständigen
Wer Opfer eines Trickdiebstahls geworden ist oder verdächtige Beobachtungen macht, wird gebeten, sich umgehend bei der Polizei zu melden. In dringenden Fällen ist die Kantonspolizei über die Notrufnummer 117 erreichbar.
Quelle der Meldung: Kantonspolizei Wallis
Einordnung
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