Am Freitag (04.09.2026) trafen sich die Urner Baudirektion und Gemeindevertreter, um Verkehrsfragen und Massnahmen gegen den Ausweichverkehr zu besprechen.
Baudirektor Hermann Epp hat sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden aus dem Urner Talboden sowie entlang der wichtigen Verkehrsachsen zu aktuellen Fragen der Mobilität ausgetauscht. Im Zentrum des Treffens standen die Verkehrsentwicklung im Talboden, anstehende Grossprojekte sowie die zunehmenden Herausforderungen durch den Stau- und Ausweichverkehr.
Regionale Verkehrsplanung
Weil Verkehrsströme nicht an Gemeindegrenzen anhalten, müssen Verkehrsplanung und Verkehrslenkung zunehmend auf regionaler Ebene betrachtet werden. Im Urner Talboden überlagern sich Binnen-, Ziel-, Quell- und Durchgangsverkehr und beeinflussen somit gleichzeitig das Strassennetz mehrerer Gemeinden. Diese Zusammenhänge bildeten einen Schwerpunkt des ersten Austauschs zwischen der Baudirektion und den Talbodengemeinden am Freitag, 4. September 2026.
«Der Austausch ist wichtig, und die direkte Information der Behörden ist mir ein Anliegen», sagte Baudirektor Hermann Epp. Für die kommenden Jahre sind mehrere grössere Verkehrsprojekte vorgesehen. Hierzu zählen der A2-Halbanschluss Altdorf Süd, die weitere Umsetzung sowie Überprüfung der flankierenden Massnahmen zur WOV und die Neuorganisation des Verkehrsknotens beim Kreisel Flüelen. Der Halbanschluss bildet ein zentrales Element des regionalen Gesamtverkehrskonzepts; seine volle Wirkung kann das neue Verkehrssystem im Talboden erst im Zusammenspiel der verschiedenen Massnahmen entfalten.
Verlagerung des Verkehrs und flankierende Massnahmen
Nach der Inbetriebnahme der WOV machen die ersten Messungen deutlich, dass sich der Verkehr auf den Hauptachsen stark verlagert hat. Gleichzeitig existieren lokal Entwicklungen, die genauer analysiert werden müssen. «Wo die vereinbarten Ziele der flankierenden Massnahmen nicht erreicht werden, sind Nachbesserungen ausdrücklich vorgesehen», führte Peter Vorwerk vom Amt für Tiefbau aus. Zu diesem Zweck wurden mit den Gemeinden Vereinbarungen abgeschlossen.
Stauproblematik und Unterhaltsarbeiten auf der A2
Ebenfalls ausführlich erörtert wurde die Stauproblematik. Neben dem bekannten Ferienverkehr in Richtung Süden befasst sich die Arbeitsgruppe Staumanagement Uri mittlerweile verstärkt mit dem Rückreiseverkehr in Richtung Norden. Nach den erheblichen Verkehrsbehinderungen in den vergangenen Wochen wurden gemeinsam mit der Kantonspolizei, welche für das operative Verkehrsmanagement zuständig ist, zusätzliche Massnahmen geprüft und umgesetzt. Angestrebt wird, den Verkehrsfluss auf der A2 möglichst stabil zu halten und insbesondere den Ausweichverkehr durch die Urner Gemeinden zu verringern. In diesem Bereich stellt sich zunehmend die Frage nach den Ressourcen für die Verkehrslenkung, die derzeit nicht in ausreichendem Mass vorhanden sind. Bezüglich dieses Themas wurde kürzlich ein Postulat im Landrat eingereicht.
Gleichzeitig verbleiben Baustellen und erforderliche Unterhaltsarbeiten auf der A2 eine zusätzliche Herausforderung. «Den Unterhalt müssen wir machen», sagte Baudirektor Hermann Epp. Parallel werden längerfristige Verbesserungen vorbereitet. Dazu zählt die geplante Neugestaltung des Verkehrsknotens Göschenen, wodurch der Transit-, Regional- und Passverkehr besser entflochten werden soll.
Fuss- und Veloverkehr sowie Sparpaket
Andere Gegenstände des Treffens waren die Weiterentwicklung des Fuss- und Veloverkehrs, die Vorgaben an Fussgängerstreifen und der Stand bei den hindernisfreien Bushaltestellen. Wegen des kantonalen Spar- und Massnahmenpakets lassen sich aktuell nicht alle geplanten Ausbauten wie ursprünglich vorgesehen realisieren.
Der Austausch zwischen der Baudirektion und den Gemeinden soll fortgesetzt werden. Die Absicht besteht darin, die anstehenden Projekte frühzeitig abzustimmen, die Gemeinden auf direktem Weg zu informieren und Fragen des Verkehrs vermehrt über Gemeindegrenzen hinweg zu beurteilen.
Quelle der Meldung: Baudirektion Uri
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