Freiburg FR: Polizei überführt 77 Online-Betrüger

FR Warnung 22.09.2026 · 09:56
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In diesem Jahr klärte die Kantonspolizei Freiburg betrügerische Online-Bestellungen auf. 77 Personen wurden identifiziert, der Schaden beträgt über 100’000 Franken.

Seit Anfang des Jahres 2026 hat es die Kantonspolizei Freiburg mit einer Straftatenform zu tun, von der vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betroffen sind. Anwerber nehmen über soziale Netzwerke Kontakt auf und versprechen rasche sowie mühelose Verdienste. In der Folge zeigen sich einige Betroffene bereit, Pakete anzunehmen, Produkte in Läden abzuholen, Gegenstände weiterzuverkaufen oder im Auftrag Dritter Geld zu überweisen («Money Mules»). Dadurch setzen sie sich einer strafrechtlichen Verfolgung aus.

Die Vorgehensweise besteht darin, mithilfe zuvor durch Cyberangriffe entwendeter Bankdaten IT- und Elektronikgeräte in Fachgeschäften zu bestellen. Anschliessend nehmen Zwischenhändler diese Waren entgegen, bevor sie weiterverkauft werden. Die dabei erzielten Gewinne gehen an die Hintermänner zurück oder werden wiederum für ungesetzliche Vorhaben verwendet.

Bedeutende Ergebnisse

Nach Ermittlungen über mehrere Monate hinweg erzielte die Jugendbrigade folgende Resultate:

  • 77 Personen als Beschuldigte identifiziert, wovon fast die Hälfte minderjährig ist
  • 24 Festnahmen und Hausdurchsuchungen durchgeführt
  • 124 betrügerische Bestellungen nachgewiesen
  • 50 Strafanzeigen erfasst
  • Ein geschätzter Schaden von mehr als CHF 100’000.-
  • 187 kompromittierte Kreditkarten, wovon 118 Inhaber identifiziert wurden
  • 68 Personen bereits bei den zuständigen Behörden angezeigt

Aktuell haben die Ermittler drei mutmassliche Hauptverantwortliche identifiziert und festgenommen: einen 24-jährigen portugiesischen Staatsangehörigen sowie zwei 23-jährige Schweizer Staatsangehörige, die alle ausserhalb des Kantons wohnen. Die Nachforschungen machten zudem deutlich, dass sie mit den gestohlenen Bankdaten nicht nur Hotelaufenthalte und Reisen bezahlten, sondern auch etliche Geldüberweisungen betrügerischer Herkunft abwickelten.

Die Untersuchungen führten ausserdem zur Aufdeckung mehrerer schwerer Verstösse gegen das Bundesgesetz über den Strassenverkehr (SVG) und das Bundesgesetz über Waffen (WG). Hierunter fällt ein Fall im Rahmen von Via Sicura mit Beteiligung eines 17-jährigen Freiburger Minderjährigen (brutto 264 km/h auf einem Kantonsstrassenabschnitt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h). Die Ermittlungen zeigten überdies, dass zwei minderjährige Freiburger ihrerseits das Vorgehen ihrer Hintermänner kopierten, indem sie andere Jugendliche anwarben oder eigene betrügerische Bestellungen ausführten.

Die Nachforschungen sind noch im Gang und könnten dazu führen, dass weitere involvierte Personen identifiziert werden.

Präventionstipps

Die Kantonspolizei ruft in Erinnerung, dass alle Inhaber von Bankkarten von dieser Betrugsform betroffen sein können. Sie rät zu Folgendem:

  • Die Zwei-Faktor-Authentifizierung einzuschalten, sofern diese angeboten wird
  • Regelmässig die Auszüge der Bank- und Kreditkarten zu kontrollieren
  • Verdächtige Transaktionen unverzüglich dem Finanzinstitut zu melden
  • Im Falle einer missbräuchlichen Verwendung unverzüglich Strafanzeige zu erstatten
  • Weitere Informationen unter: https://www.pay-attention.ch/fr

Zudem ruft die Kantonspolizei Erziehungsberechtigte dazu auf, aufmerksam zu bleiben. Verfügt ein Jugendlicher plötzlich und ohne plausible Erklärung über grosse Geldbeträge, wertvolle Elektronikgeräte oder sonstige teure Gegenstände, wurde er möglicherweise von einem kriminellen Netzwerk kontaktiert. Es ist wichtig, junge Menschen bezüglich der Gefahren in den sozialen Netzwerken sowie des Versprechens von schnellem Geld als Gegenleistung für das Entgegennehmen von Paketen, das Überweisen von Geld oder den Weiterverkauf von Waren zu sensibilisieren.

In Zweifelsfällen oder bei auffälligen Situationen wird empfohlen, sich umgehend unter der Telefonnummer 026 347 01 17 an die Kantonspolizei zu wenden.

Quelle der Meldung: Kantonspolizei Freiburg

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  Redaktion Unfallmeldungen