Sitten VS: Raser rast mit 189 km/h durch A9-Galerie

VS Raser 4.09.2026 · 11:07
Auf der Unfallkarte live ansehen ›

Zwischen Juni und August 2026 deckte die Kantonspolizei Wallis drei Raserdelikte und drei Fälle von manipulierten Abgasreinigungssystemen auf.

Auf der Nufenenpassstrasse bei Ulrichen wurde am 7. Juni 2026 ein Motorradfahrer mit 162 km/h anstelle der erlaubten 80 km/h erfasst. Weil der Lenker nicht direkt gestoppt werden konnte, wurden Ermittlungen aufgenommen. Diese führten zur Identifizierung eines 33-jährigen italienischen Staatsangehörigen.

Am 8. August 2026, kurz nach 01.30 Uhr, wurde ein 35-jähriger portugiesischer Lenker auf der Autobahn A9 in den Galerien von Sitten mit 189 km/h gemessen. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit betrug dort 100 km/h. Zwei Tage später, am 10. August 2026, kurz vor 14 Uhr, kontrollierte die interkommunale Polizei Crans-Montana einen 59-jährigen Schweizer Motorradfahrer mit 105 km/h auf einem Strassenabschnitt, auf dem 50 km/h erlaubt sind.

Die Lenker gelangten bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt sowie bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige. Ihnen drohen eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren sowie ein Führerausweisentzug von mindestens zwei Jahren.

Manipulierte Abgasreinigungssysteme: drei Fahrzeuge angehalten

In St-Maurice und Gondo wurden zwischen Ende Juli und Ende August 2026 drei Fahrzeuge angehalten, deren Abgasreinigungssysteme manipuliert worden waren. Bei allen drei Fällen ermöglichten die vorgenommenen Veränderungen, die ordnungsgemässe Funktion der Systeme zur Reduktion von Schadstoffemissionen zu umgehen.

Am 30. Juli, kurz vor 15 Uhr, überprüften Mitarbeitende des Schwerverkehrskompetenzzentrums in St-Maurice eine in Portugal immatrikulierte Fahrzeugkombination, die von einem 32-jährigen brasilianischen Staatsangehörigen gelenkt wurde. Technische Überprüfungen ergaben Manipulationen an den Steuergeräten des Motors und des Abgassystems.

Am 11. August, kurz nach 15.30 Uhr, hielten die für die Überwachung des nationalen und internationalen Schwerverkehrs zuständigen Einsatzkräfte in Gondo einen in Polen immatrikulierten Lieferwagen an. Das Fahrzeug wurde von einem 56-jährigen polnischen Staatsangehörigen gelenkt. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass das Abgasreinigungssystem deaktiviert worden war.

Am 26. August, kurz nach 17.30 Uhr, wurde schliesslich in St-Maurice ein in Bosnien und Herzegowina immatrikulierter Lieferwagen mit Anhänger zur Kontrollstelle geleitet. Am Steuer sass ein 44-jähriger bosnischer Staatsangehöriger. Auch bei diesem Fahrzeug stellten die Spezialisten Manipulationen an den elektronischen Systemen der Motor- und Abgassteuerung fest.

In allen drei Fällen wurde mit den Manipulationen dasselbe Ziel verfolgt: Die Fahrzeuge sollten weiterfahren können, ohne dass ihre Abgasreinigungssysteme ordnungsgemäss funktionieren. Solche Eingriffe können unter anderem verhindern, dass die Motorleistung wie vorgesehen reduziert wird, wenn das AdBlue-System nicht mehr korrekt funktioniert oder der AdBlue-Tank leer ist.

Die betroffenen Lenker sowie die Verantwortlichen der Unternehmen wurden bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt zur Anzeige gebracht. Die ausgesprochenen Sanktionen belaufen sich insgesamt auf nahezu 20’000 Franken. Zudem mussten die Fahrzeuge wieder in einen vorschriftsgemässen Zustand versetzt werden, bevor sie ihre Fahrt fortsetzen durften.

Die Kantonspolizei Wallis wird ihre gezielten Schwerverkehrskontrollen fortsetzen. Manipulationen, mit denen Abgasvorschriften umgangen werden, belasten die Umwelt und führen zu unlauterem Wettbewerb gegenüber Transportunternehmen, die sich an die gesetzlichen Bestimmungen halten.

Quelle der Meldung: Kantonspolizei Wallis

Einordnung

Polizeimeldungen direkt aufs Handy WhatsApp-Kanal folgen
  Redaktion Unfallmeldungen       4 September, 2026 11:07