Im Monat August 2022 zeigte die Einwohnergemeinde Vechigen ihren früheren Finanzverwalter an; er soll 2011–2022 Darlehen erschlichen, Dokumente gefälscht und 4 Mio. Franken Schaden verursacht haben.
Die kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte hat nach weitreichenden Abklärungen Anklage gegen den früheren Finanzverwalter der Einwohnergemeinde Vechigen erhoben. Die Vorwürfe, die vor dem Wirtschaftsstrafgericht verhandelt werden, lauten auf gewerbsmässigen Betrug, eventuell ungetreue Amtsführung, mehrfachen betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage sowie mehrfache Urkundenfälschung.
Ausgelöst wurde das Verfahren durch eine Anzeige der Einwohnergemeinde Vechigen bei der Kantonspolizei Bern im August 2022, nachdem Hinweise auf betrügerische Aktivitäten vorlagen. Daraufhin leitete die kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte eine Strafuntersuchung ein und führte gemeinsam mit der Kantonspolizei detaillierte Ermittlungen durch.
Dem 68-jährigen Schweizer wird zur Last gelegt, dass er zwischen 2011 und 2022 in seiner damaligen Rolle als Finanzverwalter der Einwohnergemeinde Vechigen Darlehensverträge abschloss. Hierbei soll er Dokumente sowie Unterschriften gefälscht und vorgegeben haben, im Namen der Gemeinde zu agieren.
Zudem soll er sich unbefugt Zugriff auf das Onlinebanking der Einwohnergemeinde Vechigen verschafft haben. Den Ermittlungsergebnissen zufolge liegt der noch offene Schaden bei 4 Millionen Schweizer Franken.
Der Beschuldigte, welcher geständig ist, nutzte das auf illegale Weise erlangte Geld einerseits für private Börsengeschäfte. Andererseits beglich er damit Vermögensschäden, die er durch seine vorherigen strafbaren Handlungen selbst verursacht hatte.
Für alle Vorfälle, die sich vor dem April 2011 ereigneten, stellte die kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte das Verfahren ein, da diese Taten mittlerweile verjährt sind.
Quelle der Meldung: KAPO BE