Fiese Post-Masche, Betrüger kapern Krypto-Wallets

CH 18.08.2026 · 11:32

Am 18.08.2026 warnte das BACS vor betrügerischen Briefen mit QR-Codes. Diese täuschen ein Krypto-Wallet-Update vor, um Wiederherstellungsphrasen abzugreifen.

Am 18. August 2026 hat das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) über den Eingang diverser Meldungen zu Briefen berichtet, die einen QR-Code beinhalten. Die Empfängerinnen und Empfänger werden darin dazu aufgefordert, eine dringende Aktualisierung für ihre Krypto-Wallets herunterzuladen. Wer den QR-Code scannt, wird auf eine Phishing-Webseite weitergeleitet, auf der die Eingabe der Wiederherstellungsphrase verlangt wird. Bei einer Preisgabe dieser Daten erlangen die Angreifer die vollständige Kontrolle über das jeweilige Krypto-Wallet.

In der Regel nutzen Täterschaften die Merkmale des Internets: Sie verwischen ihre Spuren, verschleiern ihre Identität und profitieren davon, dass der Versand von E-Mails praktisch keine Kosten verursacht. Dennoch verzeichnet das BACS regelmässig Meldungen zu betrügerischen physischen Schreiben im Briefkasten potenzieller Opfer. Da die postalische Zustellung mit einem grösseren Aufwand verbunden ist, konzentrieren sich die Täterschaften auf Maschen mit besonders hohen Gewinnchancen. Die aktuelle Welle zielt spezifisch auf Nutzerinnen und Nutzer von Krypto-Wallets ab.

Sicherheits-Update per Brief

Im aktuellen Fall verschicken Betrüger Schreiben im Namen unterschiedlicher Krypto-Wallet-Anbieter. Sie behaupten darin, dass aufgrund der Einführung einer sogenannten «Quantum Resistance» ein kritisches Sicherheits-Update nötig sei. Den Empfängerinnen und Empfängern wird nahegelegt, den im Schreiben abgedruckten QR-Code zu scannen, um die angeblich erforderlichen Schritte einzuleiten.

Bemerkenswert ist die im Brief festgesetzte Frist von mehr als zwei Wochen. Bei Betrugsversuchen ist dies eher ungewöhnlich, da Täterschaften gewöhnlich versuchen, ihre Opfer mit künstlich erzeugtem Zeitdruck zu übereilten Handlungen zu verleiten. Die grosszügig bemessene Spanne dürfte jedoch ebenfalls zur Täuschungsstrategie gehören. Sie vermittelt den Eindruck einer seriösen und vertrauenswürdigen Vorgehensweise und kann dazu beitragen, allfällige Zweifel der Empfängerinnen und Empfänger auszuräumen. Weil kein direkter Handlungsdruck erzeugt wird, erscheint das Schreiben auf den ersten Blick glaubwürdiger.

Wird der QR-Code von Opfern gescannt, gelangen diese auf eine professionell gestaltete Webseite mit verschiedenen Kategorien. Obwohl die genutzte Domain offensichtlich keine Verbindung zum eigentlichen Anbieter aufweist, führen die meisten Verlinkungen tatsächlich auf die Originalseite des jeweiligen Krypto-Wallet-Anbieters. Dadurch wird bei den Besuchenden zusätzlich der Eindruck erweckt, dass es sich um ein authentisches Angebot handelt. Ausschliesslich Personen, die den im Brief erwähnten Bereich zum angeblichen Update für die «Quantum Resistance» anklicken, werden auf eine von den Betrügern kontrollierte Webseite weitergeleitet.

Auf dieser gefälschten Webseite werden die Nutzerinnen und Nutzer schliesslich aufgefordert, ihre Wiederherstellungsphrase («Seed Phrase») einzugeben, um das Sicherheits-Update zu aktivieren. Wer dieser Aufforderung nachkommt, händigt den Betrügern die vollständige Kontrolle über das Krypto-Wallet und die darin befindlichen Vermögenswerte aus.

Über den Briefkasten hinaus: Krypto-Phishing auf allen Kanälen

Die aktuelle Masche mit dem physischen QR-Code-Brief zeigt auf, wie zielgerichtet und kreativ Cyberkriminelle agieren, um Krypto-Vermögen zu erbeuten. Gleichzeitig bleibt die Gefahr auf den klassischen, digitalen Wegen weiter bestehen.

Das Ziel der Angreifer ist dabei fast immer identisch: Sie wollen die «Seed Phrase» (auch «Recovery Phrase» oder «Wiederherstellungsphrase») des Opfers erlangen. Wer die Kontrolle über diese 12 oder 24 Wörter besitzt, hat die unbeschränkte Macht über das Krypto-Wallet und kann Guthaben unwiderruflich abbuchen.

Beim E-Mail-Phishing versenden Täterschaften täuschend echt aussehende E-Mails im Namen bekannter Krypto-Börsen (wie Binance, Kraken, Coinbase oder Metamask) oder Hardware-Wallet-Hersteller (wie Ledger oder Trezor). Unter dem Vorwand einer angeblichen Sicherheitslücke, einer Kontosperrung oder eines lukrativen «Airdrops» werden Opfer auf eine betrügerische Webseite gelockt. Dort werden sie direkt zur Eingabe der «Seed Phrase» aufgefordert, um das Problem vermeintlich zu beheben.

Beim Vishing (Voice Phishing; Betrug per Telefon) suchen Betrüger immer häufiger den telefonischen Kontakt. Mittels «Spoofing» (Manipulation der angezeigten Telefonnummer) rufen sie scheinbar im Namen des offiziellen Supports an. Die redegewandten Anrufer bauen enormen zeitlichen Druck auf («Ihr Konto wird gerade gehackt, wir müssen Ihr Guthaben sofort sichern.») und drängen das Opfer dazu, die «Seed Phrase» am Telefon vorzulesen oder auf einer bestimmten Webseite einzugeben.

Empfehlungen

Das BACS gibt folgende Empfehlungen:

  • Geben Sie niemals Ihre «Seed Phrase» preis. Kein legitimer Support-Mitarbeiter, keine Krypto-Börse, kein Wallet-Hersteller und keine Behörde wird Sie jemals nach Ihrer «Seed Phrase» fragen.
  • Cyberkriminelle arbeiten gezielt mit der Angst vor finanziellem Verlust. Werden Sie telefonisch oder per E-Mail unter Druck gesetzt, brechen Sie den Kontakt sofort ab.
  • Klicken Sie keine Links an. Geben Sie die URL der Krypto-Plattform direkt in den Browser ein.
  • Halten Sie die «Seed Phrase» strikt offline.
  • Bei finanziellem Schaden empfiehlt das BACS die Einreichung einer Strafanzeige. Auf der Seite von Suisse ePolice können Sie Polizeiposten in Ihrer Nähe suchen.

Quelle der Meldung: Bundesamt für Cybersicherheit (BACS)

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  Redaktion Unfallmeldungen       18 August, 2026 11:32