Den Apotheken in St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden steht ab sofort ein E-Learning-Modul zum Umgang mit häuslicher Gewalt zur Verfügung.
In der Region St.Gallen / Appenzell steht den öffentlichen Apotheken ab sofort ein digitales Lernmodul zum Thema Häusliche Gewalt zur Verfügung. Das E-Learning unterstützt die Mitarbeitenden dabei, Anzeichen von häuslicher Gewalt frühzeitig zu erkennen, betroffene Personen sensibel anzusprechen und an spezialisierte Beratungs- sowie Unterstützungsangebote weiterzuvermitteln. Die Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden sowie der Apothekenverband St.Gallen/Appenzell setzen das Angebot gemeinsam um.
Öffentliche Apotheken zählen zu den am einfachsten zugänglichen Einrichtungen des Gesundheitswesens. Viele Menschen suchen sie regelmässig auf und bauen über Jahre hinweg ein Vertrauensverhältnis zum Apothekenteam auf. Daher können Apotheken auch für von häuslicher Gewalt betroffene Personen eine wichtige erste Anlaufstelle sein. Das E-Learning vermittelt dem Personal in Apotheken das nötige Wissen sowie praktische Handlungsmöglichkeiten, um solche Situationen angemessen einzuschätzen und professionell darauf zu reagieren.
Praxisnahe und flexible Schulung
Das vom Kanton Waadt entwickelte E-Learning ist bereits in mehr als der Hälfte der Kantone verfügbar. Es richtet sich an Apothekerinnen und Apotheker, Fachpersonen Apotheke, Pharma-Assistentinnen und Pharma-Assistenten und weitere Mitarbeitende öffentlicher Apotheken. Das Modul kombiniert Hintergrundwissen mit praxisnahen Fallbeispielen und vermittelt Handlungssicherheit für eine einfühlsame Gesprächsführung sowie die Vermittlung an spezialisierte Stellen, wie beispielsweise die Opferhilfe SG – AR – AI. Absolviert werden kann das E-Learning zeit- und ortsunabhängig.
Gemeinsames Engagement zur Umsetzung der Istanbul-Konvention
Der Apothekenverband St.Gallen/Appenzell koordiniert die Einführung des E-Learnings und empfiehlt seinen Mitgliedern die Teilnahme. Damit möglichst viele Apothekenteams vom Angebot profitieren können, unterstützen die Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden die Einführung finanziell. In den Jahren 2026 und 2027 übernehmen sie pro öffentliche Apotheke die Schulungskosten für zwei Mitarbeitende. Die Einführung des E-Learnings bildet einen Teil der Bestrebungen, die Aus- und Weiterbildung verschiedener Berufsgruppen zu häuslicher, sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt zu fördern. Das gemeinsame Engagement der Kantone und des Verbandes leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention).
Quelle der Meldung: KAPO SG
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