St. Gallen SG: 400 Fake-Banker-Anrufe – Polizei schlägt Alarm
Im Monat Februar 2026 warnte die Kantonspolizei St.Gallen vor vermehrten Telefonbetrügen durch falsche Bankangestellte und gab konkrete Verhaltenshinweise.
Die Täterschaft täuscht vor, eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der jeweiligen Bank zu sein. Sie behauptet beispielsweise, dass ein Sicherheitsproblem mit dem Konto, dem E-Banking oder dem Computer bestehe. Im Anschluss versuchen die Anrufer, die kontaktierten Personen zur Installation einer Software zu bewegen. Dabei kann es sich um Fernzugriffsprogramme wie AnyDesk oder TeamViewer handeln. Sobald ein solcher Zugriff gewährt wird, sind die Täter in der Lage, den Computer zu übernehmen, Online-Banking-Vorgänge zu manipulieren oder persönliche Daten auszulesen. Von solchen Angriffen können grundsätzlich Kundinnen und Kunden jeder Bank betroffen sein.
Aktuell treten diese betrügerischen Anrufe wieder vermehrt auf, wobei derzeit insbesondere die betrügerischen Anrufe von angeblichen Bankmitarbeitenden beobachtet werden. Die Kantonspolizei St.Gallen warnt eindringlich: Keine Bank, keine Behörde und keine Polizei verlangt am Telefon die Installation einer Fernzugriffssoftware. Ebenso werden niemals Passwörter, Login-Daten, Sicherheitscodes oder andere persönliche Daten verlangt. Wer einen unerwarteten oder verdächtigen Anruf erhält, soll das Gespräch sofort beenden und die betroffene Bank über die offiziell bekannte Telefonnummer selbst kontaktieren.
Verhaltensempfehlungen
Um nicht Opfer eines Betrugs zu werden, sind folgende Punkte zu beachten:
- Installieren Sie auf telefonische Aufforderung hin keine Programme auf Ihrem Computer oder Mobiltelefon.
- Gewähren Sie unbekannten Personen niemals Fernzugriff auf Ihre Geräte.
- Geben Sie keine Passwörter, Zugangsdaten, Sicherheitscodes oder Kreditkartendaten bekannt.
- Beenden Sie verdächtige Telefonate sofort.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank nur über offiziell bekannte Telefonnummern oder über die offiziellen Kontaktkanäle.
- Informieren Sie insbesondere ältere Personen in Ihrem Umfeld über diese Betrugsmasche.
Statistik und Schadenssummen
Die Zahl der betrügerischen Anrufe verbleibt auf einem konstant hohen Niveau. So sind allein seit Jahresbeginn rund 400 Betrugsversuche ohne Schadenssumme im Kanton St.Gallen der Kantonspolizei St.Gallen gemeldet worden. Diese hohe Quote an gescheiterten Versuchen ist erfreulich. Jedoch liegt bei den vollendeten Betrugsfällen in den vergangenen Monaten die Schadensumme bei mehreren hunderttausend Franken. Zudem dürfte die Dunkelziffer um einiges höher liegen.
Erkannte Telefonbetrugsversuche können der Kantonspolizei St.Gallen über die Website «Telefonbetrug melden neues Fenster» digital gemeldet werden. Dieses Vorgehen hat sich bewährt und hilft, Betrugsversuche rasch zu erfassen sowie die Präventions- und Ermittlungsarbeit gezielt weiterzuführen. Solche Rückmeldungen sind sehr wertvoll für die weitere Ermittlungsarbeit.
Um die Bevölkerung weiterhin aktiv vor solchen Vorgängen zu warnen, wird die Kantonspolizei St.Gallen auch weiterhin ihre Präventionsarbeit in Sachen Telefonbetrug hochhalten. Dazu gehören aktuell auch Posts auf den Social-Media-Plattformen der Kantonspolizei, wo vor den betrügerischen Anrufen gewarnt wird. Damit soll ein möglichst breiter Teil der Bevölkerung erreicht und den Betrügern das Leben so schwer wie möglich gemacht werden.
Quelle der Meldung: KAPO SG
