Hinweis: Keine offizielle Polizeiseite – wir berichten über geprüfte Meldungen von Polizei und Rettungsdiensten
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St.Gallen: Unfassbarer Versicherungsbetrug – Haupttäter aus Rheintal

Im Sommer 2021 begann ein Betrug gegen Unfallversicherungen. 15 Personen sind angeklagt, darunter ein Haupttäter aus dem Rheintal. Nach eingegangenen Hinweisen aus dem Umfeld des 51-jährigen Haupttäters nahm die Kantonspolizei St.Gallen unter der Leitung der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen die Ermittlungen auf. Dem im Rheintal wohnhaften beschuldigten Portugiesen wird vorgeworfen, ab Sommer 2021 in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein – zunächst für sich selbst und anschliessend mithilfe weiterer Mittäter – einen organisierten, gewerbsmässigen Betrug zum Nachteil von Schweizer Unfallversicherungen aufgezogen zu haben.

In diesem Zusammenhang rekrutierte er Personen aus seinem Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis aus der Schweiz, Deutschland und Portugal, die für ihn in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein Arbeitsunfälle vortäuschen sollten. Der 51-Jährige beschaffte den Arbeitern, teilweise mit frisierten Lebensläufen, Arbeitsstellen bei Personalvermittlungsbüros in der Schweiz sowie meist auch im Fürstentum Liechtenstein. Er errichtete auf deren Namen jeweils ein Bankkonto, richtete eine E-Mailadresse für die Kommunikation mit Unfallversicherern, Ärzten und Arbeitgebern ein und organisierte deren vorübergehende Unterbringung sowie den Transport zu den Arbeitseinsätzen und anschliessend zu Ärzten und Gesundheitseinrichtungen.

Die Komplizen täuschten kurz nach Antritt der Stelle einen Arbeitsunfall vor und simulierten dann, direkt gegenüber Ärzten beziehungsweise indirekt gegenüber Personalvermittlungsbüros und Unfallversicherungen, unfallbedingte Verletzungen sowie eine damit einhergehende völlige Arbeitsunfähigkeit. Die betrügerisch erwirkten Taggelder liess sich der Haupttäter meist auf das jeweils eröffnete Bankkonto der Mittäter überweisen und entschädigte diese mit mindestens EUR 1’000.– bis EUR 2’000.– pro Monat für die Aufrechterhaltung der simulierten Arbeitsunfähigkeit.

Hohe unrechtmässig bezogene Taggeldzahlungen

Über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg zahlten vier Schweizer Unfallversicherungen aufgrund der Betrugsmasche dem Haupttäter wiederholt Taggeld in der Höhe von über CHF 575’000.00 aus. Von den unrechtmässig erhaltenen Unfalltaggeldern beanspruchte er mindestens CHF 343’000.00 für sich, während Gelder in Höhe von rund CHF 50’000.00 in der Schweiz und Portugal beschlagnahmt werden konnten.

Freiheitsstrafe und Landesverweis gefordert

Die aufwändige Strafuntersuchung ist mittlerweile abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft St.Gallen klagt den 51-jährigen Portugiesen an und fordert eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren, von denen 14 Monate zu vollziehen sind und bei 22 Monaten der Vollzug mit einer Probezeit von vier Jahren aufzuschieben ist, sowie die Verpflichtung zur Bezahlung einer Ersatzforderung von CHF 343’000.00. Zudem droht ihm ein Landesverweis von 14 Jahren. Der Haupttäter befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug. Auch bei den vierzehn weiteren Personen – zwölf Portugiesen, ein Deutscher sowie ein Brite – wurden jeweils bedingte Freiheitsentzüge und Landesverweise gefordert. Die Verfahren gegen die Mittäter werden mit separaten Anklagen abgeschlossen. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle der Meldung: Staatsanwaltschaft SG

  Redaktion Polizei-Schweiz       1 September, 2025 09:03